Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Organisation und Entwicklung der Festungs-Artillerie 1850-1854, 1867-1903 - II. Festungs-Artillerie 1867-1903

225 1876—1890. Die Organisation dieses Jahres, welche in erster Linie die Feld-Artillerie hetraf, berührte die Festungs-Artillerie in ihrer seit 1871 bestehenden Formation nur insofern, als die seither verfügten Standesveränderungen in dieselbe aufgenommen, die Chargen-Vertheilung der Commandanten-Stellen und Officiere in anderer Weise geregelt und weitere Bestimmungen über die Gebirgs-Batterien gegeben wurden. Das Chargen-Verhältnis der 12 Stabsofficiers-(Commandanten-)Stellen wurde mit 1 Oberstlieutenant und 11 Majoren, das der Compagnie- und Batterie-Commandanten mit 52 Hauptleuten I. und 25 II. Classe festgesetzt. Die mit Circ. Verordn, vom 6. October 1876 anbefohlene Standes- Verminderung und die schon früher verfügte Eintheilung eines Oberlieutenants beim Stabe im Kriege blieb in Kraft. Nur bei den Gebirgs-Batterien, die auch weiterhin als solche mit normaler und solche mit gemischter Ausrüstung zu formieren waren, wurde der Stand der ersteren um 3 Ober- und 5 Unter-Kanoniere, dann 5 Tragthiere höher bemessen, als jener der letzteren, welcher dem des Jahres 1871 gleichblieb. Welche Gebirgs-Batterien die normale, welche die gemischte Ausrüstung anzunehmen hatten, blieb der fallweisen Bestimmung Vorbehalten, jedoch sollten grundsätzlich die Gebirgs-Batterien des Bataillons Nr. 9 die gemischte, jene des 11. und 12. die normale Gebirgs-Ausrüstung erhalten. Im Jahre 1880 wurde der Stab des 4. Festungs-Artillerie-Bataillons von Wien nach Bagusa, jener des 12. von Carlstadt nach Esseg verlegt. 1882. Bei der mit N. V. Bl. Nr. 46 vom Jahre 1882 herausgegebenen Organisation der Festungs-Artillerie ergaben sich gegen die bisherigen Be­stimmungen folgende Aenderungen : Die Bataillone Nr. 11 und 12 hatten ausnahmsweise im Occupations- Gebiete je 6 Gebirgs-Batterien, mit den Nummern 1 bis 6, zu erhalten1), weshalb ihnen auch für den Mobilisierungsfall nur die Mannschaft für eine Gebirgs-Batterie aus dem Grundbuchs-Stande zuzuweisen war. Die Zahl der Feuerwerker wurde bei allen Compagnien und Batterien für den Krieg und Frieden um einen vermindert, dafür ein Bechnungs-Unter- officier I. oder II. Classe eingetheilt. Desgleichen erscheint die Anzahl der Corporale bei dem Friedens-Stande der Compagnien um einen veringert. Der Stab blieb unverändert. Bezüglich der Commandanten galt nun die Bestimmung, dass 3 derselben Oberstlieutenants, 9 Majore sein sollten. Die Gesammtzahl der Hauptleute war mit 54 I. und 27 II. Classe bestimmt. Diese wurde mit Bücksicht auf die im Occupations- Gebiet aufgestellten Batterien der Bataillone Nr. 11 und 12 um 4 erhöbt. Neu erscheint der normale und der erhöhte Friedens-Stand der Gebirgs- Batterien. Der normale ist dem Friedens-Stande von 1876 gleich, der erhöhte unterscheidet sich vom früheren Kriegs-Stande durch Systemisierung 1 Cadet- Officiers-Stellvertreters und 1 Bechnungs-Unterofíiciers I. oder II. Classe statt 1 Feuerwerkers; ferner dadurch dass er 1 Feuerwerker, 4 Corporale, 6 Vor­meister, 20 Ober- und 26 Unter-Kanoniere, aber keinen Curschmied zählte. Die Gebirgs-Batterien des Bataillons Nr. 9 hatten den normalen, die 6 Gebirgs-Batterien des 11. und 12. Bataillons den erhöhten Friedens-Stand. Von den Bechnungs-Unterofficieren war der grössere Theil I. (Feuer­werker), der kleinere H. Classe (Zugsführer). Im Kriege rangierte in jede Classe die Hälfte. Die schon 1869—1871 angeführten Bestimmungen bezüglich der Bandagen­träger, Stabsführer, Fleischhauer blieben aufrecht. Mit Circ. Verordn, vom 5. Februar 1883 wurde eine neue Ueber- sicht der Ergänzungs-Bezirke herausgegeben und die Dislocation der Bataillone geändert. Hienach ergänzten sich: Das Festungs-Artillerie-Bataillon Nr. 1 in Budapest, aus allen Ergänzungs- Bezirken des IV. Corps. !) Diese Bataillone hatten im Laufe des Feldzuges 1878—1879 den Stand ihrer Bat­terien auf diese Zahl bereits erhöht. Geschichte der k. und k. Wehrmacht. IV. Bd. I. Theil. 15

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