Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Entstehung und Organisation des Küsten-Artillerie-Regiments 1854 bis 1868

211 der bisherige ßechnungs-Official erhielt die Benennung Rechnungsführer. Die Urlauber-Evidenzhaltung wurde aufgelassen. Nach der Organisation des Jahres 1863 gliederte sich das Küsten- Regiment in den Regiments-Stab und 3 Bataillone mit 5 Compagnien für den Frieden und 6 Compagnien samrnt 1 Depot-Compagnie für den Krieg. Hiezu wurden die 5. Compagnien der Bataillone, welche des bestehenden Kriegs-Standes wegen am Fusse waren, als Friedensformen beibehalten und durch Zutransferierung der überzähligen Mannschaft der Artillerie-Regimenter der Grundbuchs-Stand erhöht, so dass jedes Bataillon durch entsprechende Regelung seines Urlauberstandes für die zu errichtende 6. Compagnie Vor­sorgen konnte '). Der bisher beim Regimentsstabe geführte Ober-Wundarzt entfiel, ebenso 2 Rechnungsführer. Der Stand des Regiments-Stabes zeigt im Frieden gegen 1860 folgende Veränderungen: Neu erscheinen 3 Stabsfeldwebel und die Bezeichnung der Unterärzte als Subaltern-Feldärzte2). Im Kriege entfiel der fürPola bestimmte Stabsofficier sammt Adjutanten. Der Friedens- Stand der Compagnien wurde bei Systemisierung 1 Schusters, unter Verminderung der Kanoniere, auf 160 Köpfe festgesetzt, der Kriegs- Stand um 2 Mann (Schuster) auf 228 Mann vermehrt; jener der Depot-Compagnie um 1 Unterlieutenant II. Classe sammt Diener vermindert, um 1 Schuster vermehrt und mit 225 Köpfen normiert. Mit der Auflösung des Raketeur-Regiments trat durch Zutheilung ein­zelner Abtheilungen desselben an das Küsten-Regiment eine neue Formierung desselben ein3). Dasselbe gliederte sich nun in 4 Bataillone. Von diesen erhielt das 1. und 2. Bataillon im Frieden 4, die anderen beiden 5 Compagnien. Im Kriege wurde jedes der Bataillone tim 1 Feld- und 1 Depot- Compagnie vermehrt. Ausserdem erhielt das Regiment 2 Gebirgs-Batterien mit den Nummern 5 und 7 zugewiesen und zwar speciell je eine für eines der beiden in Dal­matien stationierten Bataillone. Diese Gebirgs-Batterien waren im Kriege bei jedem obiger Bataillone um eine zu vermehren. Hiedurch ergab sich beim Stabe eine Vermehrung des Standes um 1 Stabsofficier sammt Adjutanten und 2 Officiersdiener, ferner 1 Oberarzt, 2 Subaltern-Feldärzte, 1 Stabsfeldwebel, 1 Stabstrompeter; bei den Bataillonen Nr. 1 und 2 eine Verminderung um 160 Mann im Frieden und 228 Mann im Kriege, dafür eine Vermehrung um die Gebirgs-Batterie, welche im Frieden 94, im Kriege 106 Mann zählte und zwar im Frieden: 1 Hauptmann, 1 Ober­lieutenant, 1 Unterlieutenant I. oder II. Classe, 3 Feuerwerker, 4 Führer, 6 Corporale, 1 Trompeter, 49 Vormeister und Kanoniere, 22 Tragthierführer I. und II. Classe, 1 Curschmied, 1 Sattler, 1 Schuster, 3 Officiersdiener ; im Kriege: 1 Hauptmann, 1 Unterlieutenant, je 2 Feuerwerker und Führer, 5 Corporale, 1 Trompeter, 37 Vormeister und Kanoniere, 51 Tragthierführer I. und II. Classe, 2 Officiei'sdiener, 1 Curschmied, 1 Schmied, 1 Sattler, 1 Schuster4). Die Gebirgs-Batterien hiessen je nach ihrer Ausrüstung dreipfündige Gebirgs-Batterien oder Raketen-Gebirgs-Batterien. Die Durchführung dieser dem Vorschläge des General-Artillerie- Inspectors Erzherzog Wilhelm5) entsprechenden Organisation geschah in folgender Weise6): Das Küsten-Artillerie-Regiment wurde um 3 Compagnien vermehrt und die Gesammtzahl der Compagnien in 4 Bataillone geschieden. D B. R. M., Registratur 1863, Abtk. 7, Nr. 2114. 2) Hierunter 3 Ober-Wundärzte. 3) Anhang zum Organisations-Statut der k. u. k. Artillerie von 1863. Allerhöchste Entschliessung vom 16. December 1864, R. KL. M., Registratur 1864. Abth. 7, Nr. 4623. 4) Die im Kriege aufzustellenden Gebirgs-Batterien Nr. 6 und 8 hatten nur 1 Ober­lieutenant (als Commandanten) und 1 Officiersdiener, daher 104 Mann. 5) R. K. H., Registratur 1864, Abth. 7, Nr. 4623 und General-Artillerie-Inspection Nr. 475. 6) R. K. M., Registratur 1865, Abth. 7, Nr. 93. 14*

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