Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Organisation und Entwicklung des Raketeur- und Gebirgs-Artillerie-Regiments 1817-1865 - A. Organisation

197 Reserve eingetheilten Raketen-Abtheilung, welche die Bedienungs-Mannschaft der Batterien ergänzte, zurück. Die bespannten Batterien hatten einen Friedens-Stand von 100, die un- bespannten von 96 Köpfen. Der Kriegs-Stand betrug bei allen 156 Köpfe. Gegen 1851 wurden die Batterien im Frieden um 1 Feuerwerker, 2 Corporale, 4 Ober-Raketeure, 8 Fahr-Raketeure, 1 Schmied-Gesellen, die be­spannten Batterien auch um 1 Trompeter vermehrt, dagegen um 4 Vormeister, 4 Unter-Raketeure, 1 Sattler vermindert. Im Kriege ergibt sich eine Ver­minderung um 8 Vormeister, 13 Ober-, 11 Unter-Raketeure, 37 Fahr-Rake­teure, 1 Schmied *). Der Regiments-Adjutant, die Stabsofficiers-Adjutanten und die Stabs­trompeter waren mit ärarischen Pferden beritten. Den Ersatz an Fahr-Raketeuren und Pferden erhielten die Batterien im Kriege von den Procento-Abtheilungen der Artillerie-Regimenter, welchen sie zugetheilt waren. Zum Inhaber wurde der Schöpfer der Raketeur-Waffe FZM. Baron Augustin ernannt. Für den Uebergang in die neue Formation waren beim Raketeur- Regimente in ökonomischer Beziehung die Vorschriften für die Artillerie- Regimenter massgebend 2). Das Corps wurde mit 1. Juli 1854 bereits nach der neuen Eintheilung zum Regimente formiert. Die zu zwölf Geschützen bestandenen Raketen- Batterien Nr. 1 bis 15 gaben das überzählige Material theils an die Munitions- Unterstützungs-Reserven des 3. und 4. Corps, theils an die Artillerie-Zeugs- Verwaltungen ab ; die überzähligen Pferde wurden zur Auffrischung der be­stehenden Batterien verwendet oder an das Militär-Fuhrwesen abgeführt. Aus der überzähligen Mannschaft der Batterien und der ganzen 3. Reserve-Com­pagnie wurden die neuen Batterien 16, 17, 18 errichtet3). Das Organisations-Statut von 1857 behielt den Friedens- und Kriegs- Stand bei. ebenso blieben im Frieden normal 9. im Kriege alle Batterien be­spannt. Dieselben waren wie vorher mit Nummern in arithmetischer Reihen­folge bezeichnet. Bei der Mobilisierung wurden die Batterien des Raketeur-Regiments auch weiterhin bei den Corps-Reserven eingetheilt, ein Detachement des Regiments in der Regiments-Stabs-Station zurückgelassen, ein anderes der Armee - Munitions - Haupt - Reserve beigegeben ; letzteres gab wieder wie vordem den Mannschafts-Ersatz für die Batterien der Corps und erhielt die eigene Ergänzung vom ersteren Detachement. Der Ersatz an Fahr-Mann- schaft und Pferden wurde nun von den Ergänzungs-Abtheilungen der Feld- Artillerie-Regimenter bei der Armee-Corps-Munitions-Unterstützungs-Reserve erfolgt. Der Stand erscheint gegen 1854 dahin abgeändert, dass beim Stabe der Oberarzt, die Rechnungs-Assistenten, der Ober-Curschmied und der Ober- Schmied entfielen, dafür 1 Ober-Thierarzt und 4 Unter-Thierärzte hinzu­kamen. Im Kriege überdies noch 1 Unter-Thierarzt und 5 Thierärzte. Der Friedens-Stand der Batterien zählte 1857 1 Unterlieutenant, 6 Führer; der Kriegs-Stand 8 Führer mehr, dafür 6, respective 8 Corporale weniger. Stets beritten waren beim Stabe die Adjutanten und Stabstrompeter, nur im Kriege hingegen die Ober-Thierärzte, Thierärzte und Unter-Thierärzte, dann 4 Feuer­werker als Galopins ; bei den Batterien stets alle Officiere, ferner im Frieden 126, im Kriege 320 Chargen. Die Zahl der Wurst-Fahrzeuge blieb wie bisher mit 8 fixiert. Im Jahre 1859 trat mit 1. November laut Circular-Verordnung vom 5. August das Artillerie-Material der bespannten Batterien in Verrechnung der damit gebärenden Batterie-Commandanten 4). Die Artillerie-Organisation des Jahres 1860 betraf auch das Raketeur- Regiment. Der Stand des Stabes und der Batterien wurde geändert, die Zahl der Unter-Abtheilungen vermehrt. J) Anhang Via, b.-) R. K. M., Registratur 1854, Praes. Nr. 247 und Praes. Nr. 4824. 3) R. K. M.. Registratur 1854. Praes. Nr. 247 und 9. G. A. Dir.. Nr. 3184. 4) N. V. Bl. ex 1859.

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