Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - II. Die Feld-Artillerie-Regimenter 1772-1903 - A. Organisation

117 Der Inhalt des letzteren Erlasses wurde den Truppen, noch vor Heraus­gabe der Organisation, für die Mobilisierungs-Berechnungen bekannt gemacht. Demnach zeigt der Stand von 1883 gegen jenen von 1876, mit Berück­sichtigung der bei letzterem schon 1880 *) erfolgten Aenderungen und der Ver­schiebungen, welche oben bezüglich der Officiers-Chargen, bei den Ersatz- Cadres und Munitions-Colonnen-Cadres angegeben sind, im Frieden noch folgende Abweichungen : Bei den leichten und schweren Batterien ergab sich für den neuen Stand eine Verminderung um 1 Zugsführer, 2 Ober-Kanoniere, 2 Ober-Fahr- Kanoniere; bei den reitenden Batterien um 4 Corporale, dann 2 Ober-Kano­niere, 2 Ober-Fahr-Kanoniere; bei den Ersatz-Depots eine Vermehrung von 1 Feuerwerker, 11 Ober-Kanonieren, 1 Unter-Kanonier, dagegen 1 Zugsführer, 2 Corporale, 1 Vormeister weniger. Bei den Munitions-Colonnen 5 Ober-Kanoniere, 6 Ober-Fahr-Kanoniere mehr, 3 Unter-Kanoniere weniger. Die Stäbe blieben in ihrer Zusammensetzung ungeändert. Beim 1. Feld-Artillerie-Regimente wurde schon im Frieden die Hälfte des Munitions-Colonnen-Cadres Nr. 2, bei der 5. Batterie-Division als Muni- tions-Colonnen-Cadre Nr. 5, eingetheilt. Dieser führte im Frieden die Geschäfte des Cadres, im Kriege bewirkte er die Aufstellung der Munitions-Colonne Nr. 5. Beim Ersatz-Depot konnte die Zahl der Bedienungs- und Fahr-Kanoniere auf 300 Mann erhöht werden, bei Ueberschreitung dieser Zahl mussten jedoch auch die Chargen vermehrt werden. Es war aber hiebei nicht erlaubt, dass die Zahl der Kanoniere 400 Mann übersteige *). Der Stand der Regimenter blieb nahezu gleich, nur jener des 1. wurde naturgemäss höher, jener des 10. kleiner. Das 1. Regiment zählte nun im Frieden 89 Officiere, 1636 Mann, 666 Pferde, das 10. Regiment 78 Officiere, 1428 Mann, 570 Pferde. Im Kriege das 1. Regiment 121 Officiere, 4723 Mann, 3838 Pferde; das 10. hingegen 108 Officiere, 4312 Mann, 3528 Pferde. Im Kriegs-Stand jedes Regiments befanden sich beim Stabe 3 Feuerwerker, 1 Ober-Commissär, 4 Unter-Fahr-Kanoniere, 7 Officiersdiener für besondere V erwendung. Die Dotierung der Munitions-Colonnen mit Geschützen und Lafetten blieb die bisherige. Alle bereits 1876 bezüglich Dislocation, Commandoführung etc. an­gegebenen Bestimmungen blieben unverändert. Die Obliegenheiten des Er­gänzungs-Depots giengen auf das Ersatz-Depot über. Im Jahre 1883 wurde bezüglich der schon 1879 aufgestellten Gebirgs- Batterien der Regimenter 1, 2, 4, 6, 10, angeordnet, dass dieselben im Occu- pations-Gebiete eine abnormale Gebirgs-Batterie, mit dem erhöhten Stande einer Gebirgs-Batterie der Festungs-Bataillone, für die Dauer zu behalten haben3). 1885. Gelegentlich der Reorganisation vom Jahre 1882 hatte der General- Artillerie-Director, Erzherzog Wilhelm, in einer Denkschrift vom Jahre 1881 seine Ansichten über eine zeitgemässe durchgreifende Neueintheilung der Feld- Artillerie entwickelt. Die leitende Idee seiner Ausführungen war die Theilung * 2 * * * * * 8 *) 0. V. vom 28. October 1880, Praes. Nr. 5260. Im Kriege wurden bei leichten und schweren Batterien 2, bei reitenden 3 Sattler bestimmt. 2) Die schweren Batterien Nr. 1, 4, 7 bei allen, Nr. 12 beim 1. Regimenté, dann die leichten Batterien Nr. 10 beim 1 , 2., 4., 6., 7., 8-, 10., 12. Regimente führten im Frieden Curschmiede, die anderen einen Mann, der den Hufbeschlags-Curs absolviert hatte. Jede Batterie musste im Frieden 1, im Kriege 2 Schlosser, dann im Frieden und Kriege 1 Wagner im Stande haben. Die Artillerie Regimenter 2, 3, 4 erhielten im Kriege einen erhöhten Stand an Oberärzten. Rechnungsfiihrern und Thieriirzten zur Eintheilung bei einem Armee-Munitions-Park, das Regiment 7 aber 2 Thierärzte mehr, einen weil es 2 Munitions Parks-Commandos aufstellte, den zweiten zur Eintheilung beim Commando der 5. Batterie-Division. 8) Die abgekürzte Bezeichnung der Unter-Abtheilungen geschah in Bruchform durch Anführung der Nummern derselben ober dem Theilstrich und der Regiments-Nummer unterhalb desselben z. B. schwere Batterie Nr. 5/1, Munitions-Colonne Nr. 3/4, Gebirgs- Batterie 1/3. Einzelne Batterie-Divisionen wurden durch Ansetzen ihrer Nummer im Zähler und der Regiments-Nummer im Nenner bezeichnet, z. B. 3/13 Batterie-Division.

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