Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Major Semek: Die Artillerie im Jahre 1809

86 Sernek. In der vordersten Linie standen die Batterien bei den Brigaden, welche einen Teil ihrer Munition in den Magazinen, den anderen Teil in ihren Munitionswagen mit sich führten. In zweiter Linie befand sich die Reserveartillerie. Dieselbe teilte sich in die Hauptreserve und schwere Reserve. Die Hauptreserve enthielt die Positions- und Kavalleriebatterien samt deren Munitionswagen, dann einen Teil der Reserve­munition für alle Waffen. Sie folgte dem Korps in verhältnis­mäßig kurzer Entfernung. Auf ein bis zwei Meilen hinter derselben befand sich die schwere Reserve, so genannt, weil sie nur aus schweren Fuhr­werken zusammengesetzt war. Dieselbe führte nur Munition mit sich und zwar jene Reservemunition, welche nicht bei der Hauptreserve verladen war. Die Aufstellung dieser schweren Reserve erklärt sich aus dem Bestreben, die Armee, respektive das Korps in seiner Bewegung von einem Teile seiner Fuhrwerkskolonne zu ent­lasten und aus dem Bedürfnisse ein Relais zwischen der Hauptreserve und den Felddepots zu schaffen. Die Felddepots bildeten die dritte Linie des Ersatzes, die Hauptdepots die vierte. Alle Batterien erhielten ihre erste Ergänzung aus ihren Munitionskarren. Letztere holten sich dieselbe bei der Haupt­reserve, welche ihre geleerten Wagen bei der schweren Re­serve füllte. Die Abgänge bei der schweren Reserve aber wurden vom Felddepot, jene des Felddepots vom Hauptdepot zugeführt. Die Pferde und Wagen für die Batterien, sowie jene der Reserveartillerie stellte das Fuhrwesen bei, während Fuhr­werke, welche die Feld- und Hauptdepots benötigten und jene, die für Belagerungsartillerien erforderlich waren, meist vom Lande requiriert wurden. Was die Dotierung der einzelnen Reserveanstalten mit Artilleriepersonen betrifft, so standen bei der Artilleriereserve Mannschaften der Regimenter und des Bombardierkorps sowie des Feldzeugamtes und des Handlangerkorps. Die Mannschaft der Regimenter war in Kompagnien for­miert, die Handlanger in Prozentokompagnien, während jene des Bombardierkorps und des Feldzeugamtes Detachements bildeten.

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