Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Eine Denkschrift des FM. Max Freiherrn von Wimpffen aus dem Jahre 1809

Eine Denkschrift aus dem Jahre 1809. 49 ist seit der Schlacht von Aspern durch die angenommene Schlachtordnung der Infanterie in Massen unschädlich gemacht worden. Der Feind, der dieses wohl bemerkte, hat sich nun­mehr eine Überzahl an Artillerie zur Zerstörung unserer Massen zu verschaffen gewußt; wir können ihm weder an der Zahl, noch an dem Kaliber des Geschützes ganz gleich kommen und unsere verlorenen Ressourcen erfordern Schonung der Munition, wir müssen daher auf ein Mittel denken, die Über­legenheit seines Geschützes so unschädlich als möglich zu machen und dieses Mittel liegt in dem Angriff desselben mit zerstreuter Infanterie und zerstreuter Kavallerie, worauf die Truppen schon jetzt zweckmäßig geübt werden sollten; dies Aväre eine neue Methode, die man von uns so wenig erwartet, als es die Massen waren und die aus ebendieser Ursache bei der nächsten Schlacht nach Beschaffenheit des Terrains angewendet, gewiß von umso größeren Nutzen sein würde als die Geschicklichkeit der französischen Infanterie im Plänklerkriege unter dem gegenwärtigen System merklich abgenommen hat. E. M. verzeihen die Freimütigkeit meiner Sprache, allein man ist die Wahrheit seinem Monarchen schuldig, vorzüglich in einem Zeitpunkte, wo Schweigen Verbrechen wäre und wo von der nächsten Schlacht das Schicksal E. M. Völker, Ihres Hauses und des Thrones abhängt, die alle drei dem Schutze E. M. durch die Vorsehung anvertraut sind. Ich werde meines- teils in jeder Sphäre, wohin mich E. M. zu übersetzen geruhen, mit jener Aufopferung dienen, die bisher stets das Ziel meiner Anstrengung war. Komorn, 12. August 1809. Max Wimpffen Generalmaj or. Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs. Dritte Folge. III. Bd. 4

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