Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)
Hauptmann Veltzé: Aus den Tagen von Pordenone und Sacile. Die österreichische Offensive in Italien 1809 (10. bis 30. April) - Der Vormarsch an die Livenza - Treffen bei Prodenone
160 V o 1 t z é. Division Seras bei Brugnera; General Broussier bei Polcenigo und Gorgazzo; Grenier in Sacile; Barbou bei Fratta; Severoli bei Bibano. Der Nachtrab unter General Sahuc, bestehend aus dem 6. Husaren- und dem 8. Jägerregimente, dann 3 Bataillonen des 35. Infanterieregiments mit 4 Geschützen, stand bei Porde- none und hielt den vor der Front liegenden Ort Torre besetzt. Da die Entfernung zwischen dem Hauptquartier in Sacile und der Nachhut über 13 Kilometer beträgt, wurde General Pages mit vier Bataillonen vom 1. Linien- dann dem 25. Jägerregiment als Yerbindungsgruppe in Fontana fredda aufgestellt. Schwächere Abteilungen hielten Portobuffalo und Mossa. Der Vizekönig hatte schon am 12. April Napoleon seine Absicht bekanntgegeben, bis an die Livenza zurückzugehen und von dort aus mit der ganzen Kraft die Offensive zu ergreifen; daß sein Nachtrab am 15. einem Angriffe ausgesetzt sein mußte, war ihm vollkommen klar, wie dies deutlich einem am Vortage geschriebenen Bericht an seinen kaiserlichen Adoptivvater zu entnehmen ist1). Hiemit im Einklänge erhielt Sahuc den Auftrag, mit der Kavallerie am Morgen des 15. eine Aufklärung gegen Valvasone vorzunehmen, die Infanterie aber nach Tamai zurückzusenden. Falls er seitens der Österreicher vorher angegriffen werden sollte, hatte er sieh auf keinen Fall in einen ernstlichen Kampf einzulassen und nach Vigonovo und Fontana 'fredda zurückzugehen. Im Hauptquartier von Passeriano erhielt Erzherzog Johann von seinen vorpoussierten Kavalleriepatrouillen die Nachricht, daß der feindliche Nachtrab bei Pordenone stehe, Prinz Eugen jedoch mit der Hauptkraft die Livenza bereits passiert habe. Diese vagen, im Hinblicke auf die Entfernungen auch widersprechenden Aussagen bewogen die Armeeoberleitung, q Eugen an Napoleon, Sacile 14. April: „Lajournée de demainse passera dans une affaire d’avant-garde; aprés-demain (16.) rennemi s’approchera vraisemblement de nous et prendra ses mesures pour nous attaquer. C’est dans ce moment lä mérne, que je compte le prévenir.”