Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Major Kematmüller: Wasserbauten des Hofkriegsrates 1724-1740

fi Kematmüller. hing, daß ihre Wässer kaum voneinander zu unterscheiden waren. Im Jahre 1721 konnte die Bega, „wenigstens die Hälfte der Temes”, wohl als ein Arm der Temes gelten, denn in einem „Entwurf der Gegend von Budincz”, aufgenommen vom Bonne- valschen Hauptmann Haring1), wird eine etwa vier Stunden westlich von Lugos gelegene Stelle bezeichnet, „wo die Temes sich theilet” in die Temes und Bega. Die Bega war völlig versumpft und der tiefe Jarkos- graben, der unterhalb Budinc in die Bega mündete und 1718 abgebaut worden war, hatte in den Jahren 1719 und 1720 den Damm bei Budinc, welcher den Zufluß aus der Bega abschloß, durchrissen. Dadurch sank einerseits der Wasser­stand der Bega, während andererseits im Frühjahre bedeutende Überschwemmungen in dem Baume Topolovec, Belinc ein­traten, welche die Straße Temesvár, Lugos unterbrachen. Der Hofkriegsrat beauftragte daher den kommandierenden General in Temesvár, GFWM. Franz Paul Grafen Wallis, eine fach­technische Untersuchung über die Vorkehrungen zur Abhilfe einzuleiten und deren Ergebnis zu berichten. GFWM. Graf Wallis beantragte auf Grund der Unter­suchungen die Erbauung eines Dammes von Topolovec bis zum Moor unterhalb Gostil (Kosztely). „Dieser Damm, nebst einem andern kleineren bei Békás, würde verhindern, daß kein Wasser mehr von der Bega in die Temes laufen kann, die Mühlen an der Bega würden Sommerszeit arbeiten können und weil sonst die Bega sich in den Morast unter Csernya verliert, würde selbe wegen Mangel des Wassers ihren Gang, wie von altersher, nach [Groß-] Becskerek continuieren und selbe Mühlen in Gang bringen, die Moräste um Temesvár würden viel höher, auch könnte man — wenn man hin und wieder mehrere Unkosten anwenden wollte — allwo die Bega im großen Morast sich ausgießet und ihren Alueum verlieret 0 Beilage 2. (Faksimilierter Plan nach dem im k. und k. Kriegs- archiv befindlichen Original. K. A., H. K. R. 1721, Februar 44 und März 296, Exp.) Dieser „Entwurf” ist bezeichnet als: „Temesvárer Banat- Carten Nr. 20.” Durch diese Karte findet auch der Umstand seine Erklärung, warum die königl. ungarische Freistadt Temesvár, die heute an der Bega liegt, Temesvár heißt.

Next

/
Thumbnails
Contents