Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Hauptmann Veltzé: Aus den Tagen von Pordenone und Sacile. Die österreichische Offensive in Italien 1809 (10. bis 30. April) - Vorrücken der Österreicher bis an den Tagliamento - Gefecht bei Venzone

146 V e 1 t z é. er die vorrückenden französischen Abteilungen, die eine vor­zügliche Zielscheibe boten, von seinen Geschützen unter Feuer nehmen und zog das Reservebataillon auf den bedrohten Flügel; die Schützen desselben beorderte er die Höhen zu er­klettern, längs des felsigen Abhanges vorzugehen und von einem dominierenden Punkte aus die Angriffskolonnen zu beschießen. Da die Franzosen ihre günstige Stellung verlassen hatten und bei dem Yorrücken in dem kupierten, schwer gangbaren Terrain ihre Kräfte nicht voll entfalten konnten, so schien dem österreichischen Kommandanten der Augenblick günstig, um durch einen Gegenstoß den Plan des Feindes zu durch­kreuzen und selbst zur Offensive übergehen zu können. Während der Angriff der französischen Bataillone, durch eine Diversion der auf den Rivoli bianchi postierten öster­reichischen Streitkräfte gegen die gegnerische linke Flanke, zum Stehen gebracht wurde, entwickelten sich die Banalisten zum Yorstoße, der mit solcher Wucht ausgeführt wurde, daß der Gegner nicht einmal in der Lage war, die ursprüngliche Position zu behaupten und über den Sattel hinabgeworfen wurde. Hiedurch war aber Broussier, der nun seine eigene Flanke und seine Rückzugslinie bedroht sah, genötigt, die Stellung auf dem Monte Comielli zu räumen und auf der ganzen Linie nachzugeben. Um seine rückgängige Bewegung zu decken und die Yorrückung der sich eben von der Mure in Bewegung setzenden österreichischen Schützenlinie zum Halten zu veran­lassen, beorderte der französische General seinen linken Flügel zum Angriffe, welcher, unterstützt von der auf der Straße attackierenden Eskadron des 24. Dragonerregiments, die gegenüberstehenden Abteilungen des Bataillons Franz Karl zum Weichen brachte, wobei zirka 50 Mann nach hartnäckiger Gegenwehr die Waffen strecken mußten. Doch schon waren die rasch vordisponierten Husaren sichtbar. Oberleutnant Miki osy1) warf die feindlichen Dragoner, diese drängten gegen die eigene Infanterie, brachten sie in Unordnung und nach kurzer Zeit war dieser Mißerfolg wett­gemacht. ') Josef Miklosy, des Husarenregiments Nr. 5.

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