Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Major Kematmüller: Wasserbauten des Hofkriegsrates 1724-1740

Die Ausgestaltung der Wasserstraßen Österreichs hat das lebhafteste Interesse aller Kreise wachgerufen und den Gedanken angeregt, nach historischen Vorläufern der grund­legenden Ideen zu forschen, die Gesichtspunkte festzustellen, von welchen aus vergangene Generationen, den Ansichten und Bedürfnissen ihrer Zeit entsprechend, die Lösung dieser zweifel­los immer bestehenden Frage und deren praktische Ausführung gedacht und in Angriff genommen haben. Der Hofkriegsrat, ursprünglich als militärischer Beirat des Landesherrn ins Leben gerufen, entwickelte sich im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts allmählich zur obersten Militär-, Justiz-, sowie politischen und ökonomischen Zentralbehörde, welcher einerseits die gesamte Leitung der direkt unterstellten Provinzen oblag, während sie auf die Verwaltung der übrigen als beratende Stelle entscheidenden Einfluß übte. Es ist begreiflich, daß der Hofkriegsrat als administrative Behörde, auch der wirtschaftlichen Lage der von ihm ver­walteten Provinzen besondere Aufmerksamkeit widmete und daß er sich, um die Steuerkraft dieser Länder zu heben, in gründlichster Weise aller jener kulturellen Arbeiten annehmen mußte, die Zeit, Land und Bewohner heischten. Unter diesen Arbeiten stehen nicht in letzter Linie die Wasserbauten, welche teils auf direkte Anregung des Hof­kriegsrates ausgeführt, teils von ihm begutachtet oder auch unterstützt wurden. Aus der Fülle des Materials, dessen erschöpfende Dar­stellung den Rahmen einer Skizze überschreitet, sei als erstes Beispiel die im Mai 1720 begonnene „Navigablmachung” des Marchflusses, von der österreichischen Grenze bis Napajedl, hervorgehoben. 1

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