Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)
Major Semek: Die Artillerie im Jahre 1809
108 Sernek. Diese Armeereserve wurde aus einer Anzahl von Batterien jeden Kalibers geformt, welche dem Verbände der einzelnen Korps entnommen waren. An Munition enthielt sie außer jener bei den Batterien und deren Munitionswagen noch eine Anzahl von Reservemunitionswagen1). Dadurch ergab sich für den Schluß des Jahres folgende Artillerieeinteilung: A. Bei der Brigade: Brigadebatterien, Munitionsfuhrwerke dieser Brigadebatterien. _£>. Beim Korps: Batterien der Unterstützungsreserve (Korpsgeschützreserve), Munitionsfuhrwerke dieser Batterien, Reservefuhrwerke für den Ersatz des gesamten Korps. C. Bei der Armeeleitung: Batterien zu deren Disposition (Armeegeschützreserve), Munitionsfuhrwerke dieser Batterien, Reservefuhrwerke für den Ersatz. D. Bei den Reserveanstalten: Die vereinigten Haupt- und schweren Reserven der Korps. Mit dieser Ausgestaltung der Artillerie war die organisatorische Tätigkeit des Jahres 1809 bezüglich derselben beendet. Durch Jahrhunderte fast ein Fremdkörper im Organismus der Armee, war die Artillerie diesem nun in seinen Hauptgliedern Brigade, Korps und Armeeleitung angepaßt. Aber noch mehr. Es war die Form geschaffen, in der wir der Artillerie bis in die neueste Zeit am Schlachtfelde begegnen. Wohl hatte man zu Beginn des Feldzuges 1813 jene Lehren vergessen, welche das Jahr 1809 in blutigem Ringen mit einem übermächtigen Gegner erteilte, vergessen den ge- gewaltigen Fortschritt, der mit der Einführung des Korpssystems geschaffen worden und war in bewährter Treue zur Tradition der Flügel- und Treffenformation zurückgekehrt. Doch nicht für lange. Bald brach sich die Einteilung des Jahres 1809 wieder Bahn, denn was nun Armeeabteilung hieß, war ja doch nichts *) *) Anfangs November bestand die Armeereserve aus 2 sechs- pfündigen Brigadebatterien, je 2 sechs- und zwölfpfündigen Positionsbatterien und 2 Kavalleriebatterien, in Summa aus 52 Geschützen mit 49 Batteriemunitionsführwerken und 51 Reserveführ werken. Bei der Demobilisierung, also Mitte November, aus 64 Geschützen und zusammen 145 Fuhrwerken,