Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 2. (Dritte Folge, 1903)
Hauptmann Criste: Die österreichische Truppen-Aufstellun gegen Preussen und Polen, 1790
Die österreichische Truppen-Aufstellung 1790. 27 Polizei hatte es enthüllt, dass die beiden preussischen Gesandten in Wien mit den unzufriedenen Ungarn in enger Verbindung standen, und über die Sendung Beck’s und die Anschläge des Baron Hompesch war er genau unterrichtet. Dass er von einzelnen dieser Leute gelästert wurde, die ihn am liebsten auf welche Art immer todt wissen wollten, beachtete er nicht; seine Person befürchtete „von dergleichen Schuften nichts”, aber das Beste des Staates erforderte es gebieterisch, eine Aenderung dieser trüben Verhältnisse eintreten zu lassen. Aus einem preussischen Intercept glaubte er zu ersehen, dass Preussen die Absicht habe, sich mit ihm in friedlicher Absicht zu verständigen, aber diese Hoffnung schwand nur zu bald. Es blieb nichts anderes übrig, als auf die Stimme des Fürsten Kaunitz zu hören, der dringend die Vorstellungen der tmgarisch-siebenbiirgischen Hofkanzlei, Joseph möge mit den empörten Ungarn Frieden schliessen, unterstützte. Am 3. December 1789 forderte denn auch der Kaiser den ungarischen Hofkanzler Grafen Pálffy auf, ihm in der Antwort an die Hand zu gehen und eine Conferenz wurde einberufen, „um die Wirren zu lösen und das Vertrauen zwischen dem Lande und dem Könige zu befestigen”. Kaunitz beschwor den Kaiser, die Vorschläge derselben möglichst bald durchzuführen. „Eure Majestät beheben sich zu erinnern,” schrieb er, „dass Sie Ihre Niederlande bereits verloren haben, vielleicht unwiderruflich verloren haben, einzig und allein, weil Sie meine wohlüberlegte Vorstellung vom 20. Juni 1787 nicht nur übel aufgenommen, sondern vielmehr seitdem in allen Stücken das gerade Gegentheil zu verfügen für gut befunden. Nur gar zu sehr ist zu besorgen, dass die Monarchie das nämliche Unglück, und zwar zuvörderst von Seite der ungarischen Nation, welcher es nicht an auswärtigem Beistand fehlen dürfte, erfahren wird, woferne mein dermaliges Dafürhalten nicht glücklicher sein sollte, als es das damalige gewesen ist. Ich beschwöre E. M. also als ein rechtschaffener Mann, welcher es mit seinem Souverän wohl meint, wenigstens unverzüglich alles dasjenige ohne Ausnahme zu verfügen, welches Ihnen die ungarischsiebenbür gische Hofkanzlei anzurathen die Ehre hat. Gott gebe, dass Allerhöchstdieselben sich dazu entschliessen mögen! und mit diesem sehnlichen Wunsch empfehle ich mich zu