Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 1. (Dritte Folge, 1902)

Hauptmann Peters: Die österreichischen Befestigungen an der oberen Elbe

348 Peters. weise die Reste von Erdwerken und flüchtigen Fortificationen vom Jahre 1866 im Anschlüsse an diese und selbst an der Stelle derer vom Jahre 1778 zu constatieren. Insbesondere auf den Höhen von Jaromer, Hermanitz, Salnei, Kukus und Kaschow lassen sich die Reste der österreichischen Befestigungen in der Stellung Josefstadt-Königinhof des Jahres 1866 von denen des Jahres 1778 gar nicht mehr unterscheiden1), da der nivellierende Einfluss der Zeit, Bodencultur und Vegetation, schon grösstentheils alles wieder eingeebnet und verändert hat, was der Eleiss der österreichischen Soldaten an Schanzen und Bollwerken in den beiden letzten Jahrhunderten auf diesen historisch interessanten Feldern geschaffen hatte. Die in die Augen springende Analogie in der operativen Anlage beider in ihrem Verlaufe und ihren Erfolgen so ver­schiedenen Feldzüge wurde von mehreren Schriftstellern be­reits ausführlich gewürdigt2). Es erübrigt daher heutzutage — im Zeitalter vorurtheils- und parteilosen Studiums der Kämpfe, welche der Geschichte angehören — nur mehr auf die aus dieser Aehnlichkeit be­sonders deutlich hervorgehenden, für alle Zeiten gütigen Lehren des Krieges hinzuweisen, als deren erste wohl die volle Unabhängigkeit des Feldherrn von der Politik gelten muss. >) K. k. Genie-Archiv, Envelloppe D. Nr. 9 zeigt die aus dem Jahre 1866 stammenden Schanzen. In der Strecke Hefmanitz-Kukus waren deren neun errichtet worden. Nosinich, Der bayerische Erbfolgekrieg etc. Bd. 1883, 11. — Friedjung, Der Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland. II. Bd., Anhang Nr. XXII, 588.

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