Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 1. (Dritte Folge, 1902)
Hauptmann Peters: Die österreichischen Befestigungen an der oberen Elbe
342 Peters. Der Feldmarschall-Lieutenant meldet hierüber in seinem am Abend des Gefechtstages an das kaiserliche Haupt-Quartier eingesendeten Gefechts-Bericht unter anderem1): „. . . . und denselben (nämlich den Feind) glücklich zurückschlugen. Es war aber nicht thunlich, denselben mit mehrerer vigueur zu poussieren, weillen solcher an den Wald von Rohenitz 3 Bataillone Infanterie mit 6 Canonen und Haubitzen postiert hatte, die durch starkes Feuer uns halten machten.” Wohl entschloss sich Wurmser sofort, mit der mittlerweile durch mehrere Escadronen der Brigade Wartensleben verstärkten Cavallerie um das Dorf Rohenitz herumreitend, dem Feinde in die linke Flanke zu fallen, fand aber ,,auf denen Anhöhen von Slaw'etin eine zweite Linie Infanterie sammt Colonnen und Fahnen, welche durch ihr Artilleriefeuer verhinderten, ein mehreres zu unternehmen”. Friedrich II. wartete eine zweite Attaque der österreichischen Reiterei auch gar nicht ab, sondern gab den Befehl zum Rückzuge, welcher unter Deckung durch ein Bataillon an der Slawetiner-Brücke und im Wäldchen bei Rostok und Slawetin erfolgte. Eine Verfolgung über die Mettau fand nicht statt; FML. Wurmser meldet, dass er unmittelbar nach dem Gefecht die dadurch durchbrochene Postierung von letzterem Flusse wieder beziehen liess, während der Feind ,,in sein Lager nach Skalitz” abzog. Die Verluste waren preussischerseits trotz des heftigen Reiterkampfes sehr gering; österreichischerseits weist die von Wurmser eingesendete Verlustliste 40 Todte und Verwundete, darunter zwei Officiere, auf. Das Gefecht soll fünf Stunden gewährt haben; eine zweite Angabe, dass diese Affaire zwölf Stunden gedauert hat, bezieht sich wohl nur auf die Fouragierung, die auch * *) Tages hat sie der Kaiser der Franzosen in seiner Armee in weitem Umfange zu vermehren befohlen —• jedenfalls werden die Soldaten von Jahr zu Jahr theurer! Jenes Gefecht von Králova-Lhota war eines der bedeutendsten, dem der König in diesem Kriege mit beiwohnte, der Major Carl Philipp von Anhalt, der im Jahre 1806 als General-Major a. D. starb, commandierte jene reitende Artillerie”. *) Hofkriegsraths-Acten 1778, VII, 149.