Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 1. (Dritte Folge, 1902)

Hauptmann Peters: Die österreichischen Befestigungen an der oberen Elbe

Neuhof hatte sich die genannte Colonne aus den theils aus dem Lager von Skalitz, theils vom linken Flügel der Wöls- dorfer Lagerstellung (Grabschütz) heranmarschierten Truppen formiert. Der König nahm mit einer grossen Suite (nach Sch me tt au circa 20 Generalen) vorerst, während des Vormarsches, auf der Höhe von Wesselitz, Aufstellung. Der an der Mettau-Brücke bei Rostok (zwischen Slawetin und Öestowitz) stehende schwache österreichische Husaren­posten wurde durch die der preussischen Vorhut vorausgeeilten 200 Bosniaken überfallen. Das Ungestüm dieses Anfalles warf auch das auf der Höhe südlich Rostok gestandene Husaren-Detachement des Obersten Levenehr, welches, von den Bosniaken und preussischen Husaren stürmisch verfolgt, bis gegen Königslhota (Králova- Lliota) zurückgieng. Die preussischen Cavalieri e-Regimenter hatten unter­dessen Mühe gehabt, den vorausgeeilten Husaren und Bosniaken nachzukommen, da Friedrich II. die eigene Cavallerie vor dem Ueberschreiten der Mettau-Niederung hatte halten lassen, um diese zuerst mit der Infanterie zu passieren. Den sich im Gelände zwischen Gross-Rohenitz, Königs­lhota, Jasena abspielenden Reiterkampf aber konnten diese Cürassiere nicht mehr herstellen, denn schon war FML. Graf Wurmser mit den zunächst befindlichen Divisionen von Barcö-Husaren1), welche im Lager westlich von Jasena alarmiert wurden, auf dem Kampfplatz erschienen und warf nun, die hart bedrängten österreichischen Escadronen des Obersten Levenehr degagierend, die preussische Cavallerie gegen ihre Infanterie zurück2). Letztere hatte Friedrich H., welcher seinen ersten Auf­stellungsplatz verlassen hatte und während des Reiterkampfes am Gefechtsfelde eintraf, auf der Höhe südlich von Rostok, den rechten Flügel an das Wäldchen angelehnt, in zwei Treffen aufmarschieren lassen. ') Gegenwärtig 10. Husaren-Regiment Friedrich Wilhelm III. König von Preussen. 2) Siehe Position d und f des einem preussischen Werke ent­nommenen Planes, Tafel X.

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