Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)
Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen
— 19 2 Husaren-Regimenter aufgelöst und escadronsweise in die übrig gebliebenen vertheilt, wodurch diese auf den erwähnten Stand completiert wurden. Bei den zwei Chevauxlegers-ßegimentern wurde die Grenadier-Compagnie auf den Stand einer ordinären Escadron gebracht1) und verblieb diese als 7. Escadron im Regiments-Verbände, wogegen diese Regimenter keine Escadronen von aufgelösten Regimentern zutransferiert erhielten. Nach dieser Reduction betrug die Zahl der kaiserlich-königlichen Reiter- Regimenter, welche im Jahre 1769 analog wie die Infanterie-Regimenter fortlaufende Nummern nach dem Range der Inhaber, jedoch ohne Rücksicht auf die einzelnen Reiter-Gattungen innerhalb der ganzen Cavallerie2) erhalten hatten, 45 Regimenter. Unter diesen waren 2 Carabinier-, 15 Ciirassier-, 10 Dragoner-, 2 Chevauxlegers- und 10 reguläre Husaren-Regimenter, dann 1 wala- chisches Grenz-Dragoner-Regiment und 5 Grenz-Husaren-Regimenter, welch’ letztere bei der oberwähnten Numerierung mit den letzten Nummern (41—45) an die übrigen anschlossen. Einige Jahre später wurde die Zahl der Reiter-Regimenter durch Auflösung mehrerer Regimenter (4 Cürassier-, 2 Dragoner-, 2 reguläre und 4 Grenz - Husaren - Regimenter) bedeutend verringert, so dass , nachdem auch die Umwandlung von zwei Cürassier-Regimentern in Dragoner, dagegen jene von vier solchen in Chevauxlegers stattgefunden hatte, die kaiserliche Cavallerie im Jahre 1780 beim Tode der Kaiserin Maria Theresia 2 Carabinier-, 9 Cürassier-, 7 Dragoner-, 6 Chevauxlegers- und 9 Husaren-3), zusammen 33 Regimenter zählte4). Unter Kaiser Joseph II. wurde 1784 ein Uhlanen-Corps zu zwei Divisionen errichtet, welches 1785 um eine dritte vermehrt wurde. Dasselbe -wurde 1787 dissolviert und escadronsweise den sechs Chevauxlegers-Regimentern zu- getheilt, bei jedem derselben durch Neuwerbung eine zweite Uhlanen-Escadron aufgestellt6). 1791 wurden diese Divisionen von den betreifenden Regimentern abgetrennt und daraus ein Uhlanen-Regiment als erstes dieser Waffe formiert (heute Erzherzog Otto Nr. 1). Nach den 1769 verfassten Exercier- und Dienst-Vorschriften (Lacy’sches Reglement)6), welche jedoch zumeist erst 1771 in Kraft traten, hatte die Benennung Compagnie bei der Cavallerie ganz aufzuhören. Als tactische und administrative Einheit galt von nun an die „Escadron”, welche in zwei „Elügel” getheilt war. Jeder Flügel zerfiel in zwei Züge á zwei Corporalschaften. * *) *) Beim Regiment Löwenstein war dieselbe 1761 aufgestellt worden, das Regiment Kaiser, welches Anfangs Dragoner-Regiment war, hatte eine solche schon von früher her im Stande. *) So z. B. Nr. 1 Kaiser Chevauxlegers, Nr. 2 Kaiser-Husaren, Nr. 3 Toscana-Cüras- siere n. s. w. Siehe im Uebrigen, sowie in Betreff der späteren Nummern-Bewegung die nebenstehende Tabelle, Beilage III. Nachdem sich im Jahre 1775, beziehungsweise 1780 die Zahl der Cavallerie-Regi- menter durch erfolgte Auflösung einer grösseren Zahl derselben bedeutend verringert hatte, so fand vorübergehend eine Verschiebung der Nummern durch Vorrückung in die leergewordenen Nummern statt, so z. B. erhielt das Regiment Savoyen-Dragoner Nr. 9. vor welchem die Regimenter Liechtenstein und Pálffy als Nr. 6 und 8 standen, die Nummer 7 und rückten alle Uebrigen in dem gleichen Verhältnisse nach, so dass die letzte Rangs-Nummer, der nunmehrigen Zahl der Regimenter entsprechend, 37 betrug. Eine Ausnahme bildete nur das Carabinier-Regiment Erzherzog Franz von Toscana, welches später in die leergewordene Nummer 6 des aufgelösten Regiments Liechtenstein einrangiert wurde. Da jedoch diese geänderte Rangs-Bezeichnung bald wieder sistiert wurde und die Regimenter wieder bis 1798, ohne Rücksicht auf die leergewordeneu Nummern mit den ursprünglichen Rangs-Nummern aufgeführt erscheinen, so ist dieselbe weder in der Geschichte der einzelnen Regimente-, noch in der nebenstehenden Beilage aufgenommen. s) Das einzige stehen gebliebene Székler Grenz-Husaren-Regiment wurde fortan bei den regulären Regimentern eingerechnet. á) In Folge der erwähnten Auflösungen fand 1780 eine neue Numerierung der Regimenter statt, doch erscheinen dieselben von 1789 an wieder mit den ursprünglichen Nummern ausgewiesen. (Siehe oben.) 5) Zuerst erhielten drei Chevauxlegers-Regimenter je eine ganze solche Division, gaben aber noch in demselben Jahre jedes eine Escadron als Stamm an die übrigen drei ab. (Siehe auch „Geschichte der Uhlanen”, beziehungsweise den Abschnitt „Frei-Gorps”.) 6) Mit demselben wurde auch das Exercitinm zu Fuss bei allen Reiter-Regimentern eingeführt.