Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)
Die bestehenden k. und k. Cavallerie-Regimenter - A. Die Dragoner-Regimenter Nr. 1-15
148 — t 1710 bei Romhány und stand dann vor Neuhäusel. Nach dem Ralle dieser Festung stand das Regiment am rechten Donau- Ufer und überfiel und zerstreute Obrist Graf Monticelli bei Siofók und Martinsberg Abtheilungen der Kuruzen. 1712 rückte das Regiment an den Rhein und stand 1713 im Verbände der Reichs-Armee, kam aber nicht zur Action. Gondrecourt. 1716 nahm• das Regiment an dem Gefechte bei Carlowitz'), der Schlacht bei Peterwardein und der Belagerung von Temesvár, 1717 an der Schlacht bei Belgrad theil. Seherr. 1734 war das Regiment auf dem Kriegs-Schauplatz in Deutschland (Lager bei Heilbronn); 1735 stand es im Verbände des Mosel-Corps und gelangte in dem Treffen bei Clausen nur die Carabinier-Compagnie zur directen Verwendung. 1737 stand das Regiment in der Haupt-Armee in Bosnien, kam aber nicht in das Feuer: 1738 focht es bei Kornia und Mehadia, 1739 mit Auszeichnung, aber grossen Verlusten bei Grocka. 1741 focht das Regiment bei Mollwitz; 1742 im Corps Lobkowitz eingetheilt, zeichnete sich dasselbe in dem Treffen bei Sahaj aus. St. Ignon. 1743 war das Regiment in Bayern (bei Braunau) und machte später die Vorrückung an den Rhein, sowie 1744 den Rückzug nach Böhmen mit, ohne in das Feuer zu kommen. 1745 erlitt dasselbe in den beiden Schlachten bei Hohenfriedberg und Soor bedeutende Verluste. Serbelloni. 1756 war das Regiment auf dem Kriegs-Schauplatz in Böhmen, doch kam nur die Carabinier-Compagnie bei Lobositz in das Feuer. Rittmeister Baron Grechtler, als Volontär dieser zugetheilt. sich ausgezeichnet. 1757 stand das Regiment in der Armee Daim’s und focht mit Auszeichnung bei Kolin. Major Sylvius von Bojanowsky, welcher mehrere glänzende, erfolgreiche Attaquen ausgeführt hatte, wurde mit dem MTO. decoriert. Bei der weiteren Verfolgung des Feindes zeichnete sich Rittmeister Graf Deym als Commandant eines combinierten Detachements durch einen Ueber- fall auf Kreibitz aus* 2). Während der Belagerung von Schweidnitz zeichnete sich Major Graf Tige aus; in den Schlachten bei Breslau und Leuthen war das Regiment wenig engagiert. 1758 stand das Regiment in der Haupt-Armee, doch hatte bei Hochkirch nur die Carabinier-Compagnie (Corps D’Äyasasa) Gelegenheit, sich auszuzeichnen; die letztere focht auch bei Ebersbach (Görlitz). 1759 focht das Regiment bei Meissen, wo eine Compagnie vom Feinde umzingelt und gefangen wurde, dann bei Maxen. 1760 zeichnete sich das Regiment unter seinem Commandanten Obersten Hueber bei Torgau aus. Rittmeister Joachim Graf Deym, welcher sich schon bei früheren Actionen und hier erneuert hervorgethan, wurde mit dem MTO. decoriert. Ausser diesen hatten sich noch Oberstlieutenant Ferdinand Graf Tige und Major Emanuel Baron Wimmersberg ausgezeichnet. 1761-—1762 war das Regiment bei der Haupt-Armee in Sachsen, kam aber nicht in das Gefecht. Mecklenburg. 1778/79 war das Regiment zuerst in Mähren, später in Böhmen, kam aber gleichfalls nicht vor den Feind. *) Nur 400 Mann. 2) Die Mannschaft hatte, um mit Rücksicht auf das gebirgige Terrain schneller vorwärts zu kommen, die Oürasse abgelegt und hatte einen Theil des Marsches zu Fuss hinterlegt und wurden bei diesem Ueberfall an 100 Proviantwagen erbeutet.