Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)
Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger
Simon Reniger von Reningen. 89 Recognition jährlich etwas von Vieh oder Schafen liefern. Man hat sie freundlich tractiert, vor den Sultan gelassen und weil sie schlecht aufgezogen, nicht allein gewöhnlicher- massen mit Kaftan, sondern sammt den Ihrigen in saubere scharlachfarbene G-ewänder eingekleidet, ehrlich wiederum entlassen, einen Tschauschen mit ihnen zum General Himilzki geschickt und demselben geschrieben, man erlaube dem Tataren- Chaii und selbigen Grenz-Türken, dass sie ihm helfen mögen; er sollte eine andere Gesandtschaft schicken und sich zu einem Tribute erklären, alsdann man ihn und die Kosaken, wie die Moldau und "Walachei ordentlich schützen werde. Im Monate Juni war eine indische Botschaft, ungefähr von hundert Personen angekommen, welche im Namen des Königs in Indien dem Sultan blos die Visite gegeben und gute Freundschaft offeriert. Das Präsent war ein Säbel und schöne Reiherbuschen, beide mit köstlichen Diamanten und Rubinen besetzt, die Valide, den Gross-Vezier und die anderen hohen Minister hatte der Botschafter a parte regaliert; man hatte ihn umso mehr wohl tractiert und in Ehren gehabt, weil er des mohammedanischen Glaubens und zwar ein Emir oder von des Mohammed’s Linie gewesen. Der Sultan hatte wiederum mit einer Formal-Botschaft correspondiert und dem Mogul zum Präsente ein schön geziertes Pferd, einen Säbel, einen Gürtel, einen Reiherbuschen, Alles mit köstlichen Edelsteinen besetzt und etliche schöne türkische Bücher geschickt, dem Botschafter aber zum Abzüge 6000 Ducaten, drei schöne Pelze, ein wohlgeziertes Pferd und gleichfalls etliche Bücher verehren lassen. » In diesem 1654. Jahre war zu Ende des Monates März eine Gross-Botschaft aus Polen angekommen, welche dem Sultan »de assumptione ad Imperium« congratuliert, hauptsächlich aber, »pro renovatione capitulationis« tractiert, dann dass man den Kosaken weiter kein Gehör geben und ihren Gesandtschaften keinen Empfang an der Pforte gestatten wolle. Nun waren eben damals zwei kosakische Abgesandte angelangt, daher man den Botschafter Nicolaus Bieganow^ski simpliciter mit guten Worten und mit freundlichen Compliment-