Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)
Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger
86 Ve ltz i. Es wäre sehr gut, antwortete der französische Botschafter, weil Frankreich mit der Pforte einen ewigen Frieden und mit Schweden so hoch verbunden, dass, wenn diese Drei sich vereinigten, sie die ganze Welt leicht unter sich bringen könnten; über etliche Tage schickte ermeldeter Schwede dem Gross- Vezier einen schönen Diamanten mit Vermelden, weil er gegen seine Krone und Nation die Pforte so wohl geneigt verführe; er wolle seine Reise nach Jerusalem unterlassen und seinen Weg wiederum zurücknehmen, wie er denn bald darauf mit dem französischen Botschafter wiederum beim Gross-Vezier gewesen, mit Kaftan regaliert worden und an den Fürsten in der Moldau neben einem Passe auch Recommandation erhalten, wobei der Gross-Vezier sich so viel erklärt, dass die ottomanische Pforte Denen, so mit derselben Freundschaft verlangen, offen stehe; die Kosaken hätten vorhin zu unterschiedlichen Malen mit ihren Tschaiken auf dem Schwarzen Meere Schaden gethan, nachdem sie aber an die Pforte geschickt, wären ihre Gesandten einen Weg als den anderen wohl tractiert worden; worauf der Schwede gesagt, dass die Kosaken und Tataren auch ihre guten Freunde und unlängst ein tatarischer Gesandter in Schweden gewesen; er sei durch Siebenbürgen gereist und habe gesehen, dass der Fürst in guter Bereitschaft. Hier sagte der französische Botschafter wiederum, wenn die Pforte mit Frankreich und Schweden sich vereinigen wollte, würde Eines dem Anderen viel nützen und die Pforte das Ihrige in Ungarn leicht recuperieren können; hierauf war der Schwede durch die Moldau wiederum zurückgereist. Im Monate October ermeldeten Jahres waren aus Siebenbürgen vier Abgesandte eingelangt, welche nicht allein den Tribut geliefert, sondern im Falle ihr Fürst Georg Räköczy mit Tod abgienge, die Confirmation für dessen Sohn solli- citiert. Die Pforte hatte Anfangs etwas difficultiert und a parte eine Summe Geldes, wie nicht weniger ein grosses Präsent begehrt. Endlich hatten die Siebenbürger dem Sultan in einer Privat-Audienz ein Präsent von 5000 Ducaten, ferner 10 silberne Becher, ein Kästchen von unterschiedlichen silbernen Galanterien sammt einem grossen silbernen Giessbecken, abgelegt und die hohen Minister mit Geschenken verehrt, womit