Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Chirsten: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Schluss) - Das Treffen bei Jemappes am 6. November 1792

260 Christen. Das im Centrum allein zurückgebliebene Infanterie-Ba­taillon Würzburg war wegen feindlichen G-eschützfeuers fast 1000 Schritte nordwärts des Höhenendes in die Tiefe, die drei Escadronen des Centrums waren auf den Nordhang zu­rückgenommen, die Bataillone Leeuven und Pückler vor dem feindlichen Kartätschenfeuer und damit sie zugleich auch den bedrohten rechten Flügel unterstützen könnten, wie erwähnt, dem rechten Flügel näher herangezogen worden; die Ver­schanzungen des Centrums waren daher von Infanterie ganz entblösst, nur eine Schanze war durch Pionniere (einen Haupt­mann, 40 Mann) besetzt geblieben. Dies Alles sah der Feind von der Höhe von Frameries aus. Das feindliche Geschützfeuer vor der ganzen Front war immer lebhafter geworden. Es hatte fast schon fünf Stunden ununterbrochen gedauert, als — genau Mittags — die ganze Armee Dumouriez’ auf einmal sich in mehreren Colonnen, mit einem Theil der schweren Geschütze vor der Front, in Vor­wärtsbewegung setzte. Der französische rechte Flügel, die frühere Avantgarde unter Beurnonville, mit schweren Geschützen voran, rückte von Frameries auf die Höhe von Cuesmes vor. Die am Nord­hange aufgestellt gewesenen drei österreichischen Escadronen giengen eine Weile vor dem französischen Geschützfeuer durch, die österreichischen Kanoniere begannen ihre Geschütze aus den Verschanzungen herauszuziehen, um sie zu bergen. Die eine von Pionnieren besetzte Schanze wurde festgehalten ; in die übrigen drangen die nächstbefindlichen französischen Truppen, eine französische Husaren-Escadron nahm mehrere österreichische Geschütze, welche nicht mehr rechtzeitig fort­gebracht werden konnten. Bald gelang es dem Prinzen von Anhalt-Cöthen, die unter seinem Commando gestandene Division Coburg-Dragoner zum Stehen zu bringen; sie kehrte um, attaquierte, warf die feindliche Husaren-Escadron über den Haufen, eroberte im Vereine mit einer Escadron Latour-Chevauxlegers, welche vom linken Flügel zur Unterstützung herbeigeeilt und die Höhe von Cuesmes östlich umreitend vorgebrochen war, die eben verloren gewesenen österreichischen Geschütze zurück, drang sodann auf die feindliche Infanterie ein, welche sogleich

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