Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)
Hauptmann Jacubenz: Die cisalutanische Walachei unter kaiserlicher Verwaltung 1717 bis 1739 - Die Cameral-Verwaltung - Steuern - Sonstige Einkünfte
Die Walachei unter kaiserlicher Verwaltung. 217 Bojaren bei der Einhebung der Cameral-Gefälle irgend welchen Einfluss gestatte. Der Kaiser genehmigte diese Anträge und die Hof- Kammer liess darauf mit dem Erlasse vom 23. October 1720 die bezüglichen Weisungen an den Hof-Kammerrath Haan ergehen. Gleichzeitig ordnete die Hof-Kammer an, dass nach so vielen Ereijaliren endlich mit einer geregelten Einhebung der Contribution begonnen werde. In den letzten vier Jahren hatten die fünf walachischen Districte ausser einigen Naturalien für die im Lande stehenden Truppen sehr wenig geleistet. Vom Jahre 1717 bis 1720 wurden an Contribution im Ganzen 93.193 fl. eingehoben, und zwar1): im Jahre 1717................................1.5G5fl. » » 1718 .................................. 56.639 » 1719 ................................ 20.862 » » » 1720 .................................. 14.127 » Zusammen . . 93.193 fl. Um eine Grundlage für die Steuer-Ausschreibung der künftigen Jahre zu schaffen, liess General Schramm durch eine aus Bojaren zusammengestellte Commission im ganzen Lande eine Volkszählung vornehmen. Dieselbe ergab eine Gesammtziffer von nur 13.245 Familien. Haan erklärte jedoch diese Zählung für ganz unverlässlich und veranschlagte die Zahl der contributions- pfliohtigen Familien mit 16.000. Die Contribution war mit 2 Löwenthalern oder 3 fl. 20 kr. Rheinisch für jede Familie festgesetzt worden. Ueberdies wurden an Verpflegs- und Unterkunftskosten für die im Lande stehenden Truppen 6250 Löwenthaler oder 12.102 fl. zur Zahlung vorgeschrieben. *) *) Hurmuzaki, Documente, VI. 352.