Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger

Simon Reniger von Reningen. 127 Als ich aber dessen Verrichtung, sub dato den 27. Januar 1663, hernach durch eigenen Courier vernommen, der Ali Pascha auch a parte Relation gethan, woran es beruhe und wie man ihm, seinem Vorgeben nach, für Szekelyhid 20.000 Ducaten offeriert, ist nicht allein mir in der Audienz vom Gross-Vezier wegen Szekelyhid simpliciter die Negative gegeben, sondern ehe ich die Briefe dechiffriert, im Geheimen Rath beim Sultan, im Beisein des Mufti, Gross-Veziers und Kanzlers, bereits be­schlossen worden, dass man nicht ein Haar oder eine Hand­breite codieren wolle. Wie sich dann der Gross-Vezier in meiner Audienz mit einem Worte auf des Sultans Resolution bezogen, man sollte Szekelyhid seinem vorigen Besitzer zustellen, anders könnte es nicht sein; wenn auch Alles über und unter sich gehen sollte, sie wären fest und fertig, ihr Marsch gehe nach Griechisch- Weissenburg und Euer Majestät könnten thun was sie wollten; womit ich den Courier unter dem 14. Februar jetztermeldeten Jahres zurück nach Temesvär expediert und sowohl dem Erei- herrn von Goess und Beris, als Euer Majestät von Allem ausführlich Parte gegeben. Bis auf Szekelyhid war noch vorher zu Constantinopel Alles richtig, weil Euer Maj estät wegen der freien Hayducken sich erklärt, dass Sie nur diejenigen, welche in den zwei Gespanschaften sich befinden vermeinen, als war desshalb weiter keine Difficultät, dann der Kanzler in meiner anderen Conferenz zu Constantinopel solches selbst erläutert und zu den Hayducken adjungiert, dass »li Suoi«, oder die Euer Majestät zugehören, verstanden seien. Die Zeit war unter­dessen verstrichen, das aequinoctium vernale, da man auf­brechen sollte, war vorbei. Den 19. März ist der Sultan solenniter ausgezogen, hatte aber etliche Tage vor der Stadt gehalten und den 26. darauf seine Reise fortgesetzt; den 29., als er zu Silivri angelangt, war auch der Courier Gabriel mit einem Aga vom Ali Pascha, welchen man Celebi genannt, angekommen, daher eilends ein Tschausch nach Constantinopel geschickt worden, welcher mich noch selbe Nacht, nämlich den 30. März mit wenigen Personen, gleichsam per Post fortgeführt; der Sultan war aber schon nach Corlu; Jedermann verhoffte, dass der Courier eine

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