Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger

Simon Reniger von Reningen. 123 sich verfügen sollte. Nach Griechisch -Weissenburg waren aufs Neue wegen allerhand Anstalten, Befehle ergangen, damit im Falle der Ruptur, weder an Munition, noch an Proviant etwas ermangeln sollte. Bei alledem war der hohen Minister, welche damals re­gierten, gleichwie des Gross-Veziers Intention einzig und allein, wie sie Alles in der Güte vermitteln und einem grösseren Uebel mit Gutem Vorkommen möchten, massen dann etliche Grenz- Türken, welche mit gehässigen Relationen nach Adrianopel ge­kommen, nicht allein geprügelt worden, sondern noch zum Bescheid gehabt, im Palle sie weiter exclamieren würden, den Kopf verlieren sollten; Alles zu diesem Ende damit der Sultan und die Pforte auf dergleichen Geschrei sich nicht alterieren, noch zu anderer Resolution schreiten sollten. Wie sie dann den Sultan dahin disponiert, dass er mit gesammtem Hofstaat den 23. März nach Constantinopel auf­gebrochen, hiedurch anzudeuten, dass sie viel mehr zum Frieden als zum Krieg geneigt. Es sind aber bald darauf Avisen und zwar jenes sieben- bürgischen Geistlichen, welcher sich an Euer Majestät Hof befunden und Schreiben in Originale eingelangt, in welchen er die Siebenbürger animiert, dass Euer Majestät des Kemeny Sohn assistieren würden, welches neue Dissidenz und Passion verursacht, bis der kaiserliche Hofkammer- Secretär Johann Philipp Beris angekommen, durch welchen Euer Majestät sub dato den 15. April mir anbefohlen, zur Hintanlegung der ein­gerissenen Differenzen eine Grenz-Cömmission und nebenbei einen Stillstand der Waffen auszuwirken; Szekelyhid aber wollten Euer Majestät für sich behalten, massen mir dann sub eodem dato, erlaubt, mit einem Stücke Geld von 50 bis 100.000 Thalern darunter zu handeln, so ich aber für ein gefährlich Ding gehalten und daher mir desshalb gar nichts merken lassen, denn ich gar wohl gewusst, dass die Türken in dergleichen über die Massen obstinat und mit Gutem niemals Etwas cedieren würden. Sie würden gleich gesagt haben: »Was sollte dies für eine Commission sein, wo man eine Festung begehrt?« Also wäre nicht allein die Commission, sondern auch der Waffenstillstand verhindert worden, wovon ich Euer Majestät unter dem

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