Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger

Simon Reuiger von Reningen. 115 aufgetragen worden und das Unglück, ehe der Ali Pascha angelangt, den Räköczy schon getroffen hatte, indem er vom Pascha zu Ofen, Said Achmed Pascha und von den Grenz- Türken geschlagen worden und hart verwundet, kaum nach Wardein entwichen und hierüber mit Tod abgegangen war. Auf diese Avisen liess mir der Gross-Vezier gleich sagen, dass alle Schätze und Güter des Räköczy dem Sultan erblich anheim gefallen, welches ich aber mit unterschiedlichen Gründen widerlegt und treulich gerathen, dass man nicht anfangen sollte, sintemal dasselbe, so in Siebenbürgen ist, ohne das den Tribut zahle, was aber in Euer Majestät Gebiet ge­legen, wie Ecsed, Säros-Patak etc., wohin die Türken ein sonderliches Absehen gehabt, unter jeder Bedingung ge­schützt und keine Handbreite gelassen werden sollte; dessen aber unerachtet war dem Ali Pascha noch am selbigen Tag ein Hattischerif zugeschickt worden, dass er Wardein und alle des Räköczy Güter bis auf Alba Julia wegnehmen, dem jungen Räköczy und seiner Mutter aber nachstellen und andere 500.000 Thaler von Siebenbürgen fordern sollte. Ich hatte mich zwar wegen Wardein hoch bemüht, damit diese Festung nicht attaquiert würde, hatte aber nichts richten können und die Pforte kaum dahin disponiert, dass man die zwei Ge- spanschaften unbehelligt gelassen, auf welche der Barcsay und die Siebenbürger selbst gedeutet, dass man sie zu Sieben­bürgen recuperieren sollte; unterdessen hielt man zu Adrian­opel wegen Bezwingung von Wardein allgemeine Gebete und bald darauf, nachdem diese Festung mit Accord über­gegangen, etliche Tage Freudenfeste, welches ich noch 1659, sub dato den 7. Juli und 28. August, also ein ganzes Jahr zuvor prognosticiert, dass wann Räköczy die Türken wiederum in Siebenbürgen reizen würde, Wardein attaquiert möchte werden. Eben zur selben Zeit war ein Dolmetsch mit Schreiben aus Moskau angelangt, worin selbiger Gross-Fürst unter Anderem angezogen, dass die Kosaken noch vor etlichen Jahren sich unter seinen Schutz begeben, item wie die Tataren wider die alte Freundschaft mit der Pforte, weit in sein Land gestreift, grossen Schaden gethan und etliche tausend Seelen entführt; man sollte ihnen befehlen, dass sie wider 8*

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