Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger

104 V e 11 z 6. wann er nun seine Waffen mit seinem Könige und dessen Conföderierten conjungieren wollte, würde er seine Nachbarn in continuierlicher Furcht und Demuth, sein Reich aber in guter Ruhe erhalten; es seien nicht viele Anstrengungen von Nöthen, denn der Widersacher Macht sei -von schwedischen Waffen ohnedies sehr geschwächt und zum Theile durch innerliche Uneinigkeit, absonderlich des Königs in Ungarn, dermassen zerrüttet, dass allein der Tataren-Chan und der Fürst i n Siebenbürgen genug, sie zu demüthigen; auf solche Weise werde der Sultan mehr richten, als Jeder von seinen Vor­fahren. Zu diesem Ende wäre der Abgesandte von seinem Könige an die Pforte geschickt worden, damit er dem Sultan und seinen hohen Ministern repräsentieren sollte, was für Nutzen demselben aus dieser Liga entspringen würde und was für ein feindliches Absehen dessen Benachbarte im Sinne; er habe auch zur Versicherung eine schriftliche Pienipotenz zu tractieren, zu schliessen und zu unterschreiben. Aus dieser Liga werde dem Ottomanischen Reiche gewiss grosser Nutzen entspringen und obsclion es gegenwärtig nicht scheine, so werde man es doch mit der Zeit genugsam wahrnehmen. Im Falle es auch dem Sultan beliebte, sei er, Abgesandter, beauftragt, pro cautione, als ein Resident an der Pforte zu bleiben, damit er von Zeit zu Zeit suggerieren möchte, wann und wo aus dieser Freundschaft etwas Nützliches geschaffen möchte werden; überdies hatte auch eben dieser schwedische Abgesandte ein Manifest dieses Inhaltes bei sich: »Wir Carl Gustav, von Gottes Gnaden der Schweden, Gothen etc. König, thun kund hiemit Jedermänniglich, dass, obwohl Wir viele erhebliche Ursachen haben, den König Johann Casimir und den polnischen Adel mit Krieg anzu­fallen, Unsere Waffen jedoch hauptsächlich dahin zielen, damit ein ehrlicher Friede erfolge, massen Wir dann viele billige und leidliche Conditionen Vorschlägen lassen, damit Alles in der Güte vermittelt würde; es seien aber die Feinde so stolz und hoffärtig, dass sie Alles verlachen, daher Wir den Krieg nothwendig fortsetzen und mit Anderen eine Liga aufrichten müssen, wodurch Wir desto leichter zu Unserem Rechte gelangen mögen. Protestieren hierauf, dass weder Wir, weder Unsere Conföderierten, noch der Fürst in Siebenbürgen

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