Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger

98 V u 11 25 e . die Gürtel zu stecken pflegen, Alles mit köstlichen grossen Diamanten besetzt, a parte eingehändigt, folgenden Tages aber, im Divan und zur Audienz introduciert worden, allwo er 17 Pferde mit Präsenten abgeladen, unter Anderem zwei Truhen mit Ambra und Aloe; das Uebrige bestand in Geld­stücken, Seidenwaaren, zarter Leinwand und dergleichen indi­schen Galanterien. Die Yalide und hohen Minister hatte der Botschafter a parte regaliert, daher man ihm grosse Ehre erwiesen, unter­schiedliche Recreationen und Bankette gehalten und zu seinem Unterhalte ausser Eourage und Küchen-Nothdurft, täglich 170 Thaler gegeben. Sein Anbringen bestand hauptsächlich in drei Puncten: Erstlich begehrte der König von Indien, zu Mecca so viel Spatium, dass er eine eigene Moschee allda bauen könnte; weiters begehrte er mit Gelegenheit dieser Botschaft etliche gute Baumeister, welche ihm auf die Manier wie zu Con- stantinopel, etliche schöne Moscheen bauen sollten; drittens sollte der Gross-Türke wider Persien Krieg movieren, damit die Indier ihrerseits Kandahar reoccupieren möchten, wovon aber nur allein die Baumeister bewilligt worden, denn eine eigene Moschee zu Mecca zu bauen, könnte der Sultan nicht erlauben, weil er allein das Dominium allda behaupten wolle; die Indier könnten aber kommen und ihre Devotion allda verrichten so oft sie wollten; mit Persien könnte man nicht gleich und simpliciter ohne Ursache brechen, es sollte aber sonst an guten Officien nicht ermangeln. Mit diesem Bescheide ist der indische Botschafter, wohl tractiert und regaliert abgereist und hatte der Sultan einen Gross-Botschafter, sammt einem schönen Präsent, wie nicht weniger die begehrten Baumeister mit ihm geschickt. Eben um selbe Zeit war auch ein polnischer Liternuntius angelangt; das Creditiv, so er abgelegt, bestand hauptsächlich in dem Danke, dass man den Internuntius, so das Jahr zuvor an der Pforte gewesen, wohl tractiert und einen Tschauschen entgegen geschickt; wann der König wegen des Kriegs nicht auf eine Zeit aus dem Lande gewesen, hätte er nicht unterlassen, einen Gross-Botschafter zu schicken; es sollte aber mit Nächstem geschehen. "Wobei erwähnt

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