Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse beim Corps FML. von Kospot vom 26. März bis zum 28. April 1799

Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. 39 Tn dem ganzen Land ist dieser Baron Wächter, welcher von geringem Herkommen und jetzt sehr reich ist, als ein schlechter, von den Franzosen besoldeter Mann bekannt; dieses haben mir schon vor einigen Tagen mehrere Leute gesagt und zwar so, dass, wenn er nicht zu der dänischen Gesandtschaft gehörte, ich denselben als verdächtig schon dermalen hätte arretieren lassen; übrigens habe ich abei\ keine gewisse Probe von seiner (Korrespondenz, als die allgemeine Aussage haben können, doch bin ich gewiss, dass mit einem von ihm ertheilten Pass man durch die ganze französische Armee reisen kann1).« Mit dem Auffangen der Briefe waren, nebst dem nunmehr bei Bruchsal stehenden 13. Dragoner-Regiment, in erster Linie die bis an den Rhein streifenden Husaren-Patrouillen des Szekler- Regiments betraut worden, das nun, unter dem Befehl des Obersten Joseph von Barb aczy, von Freudenstadt,wo das Gros bisher gestanden war, nach Gernsbach vorgeschoben wurde2). Bevor noch der ausdrückliche Befehl des Erzherzogs be­züglich dieser Gesandten und ihrer Correspondenz ergangen war, hatten die Truppen des GM. Görger, besonders aber die Szekler-Division Geringer, ein wachsames Auge auf die Um­triebe Strick’s und Wächter’s und wie bekannt, wurden auch wiederholte Versuche unternommen, irgend eines greifbaren Beweismittels gegen sie habhaft zu werden. Alle bisherigen Unternehmungen waren aber vergebens gewesen, so dass FML. Kospoth am 12. April an den Erzherzog schrieb: l) K. A., F. A. 1799. IV, 106. GM. Görger an GM. Merveldt. Freu­denstadt, 15. April 1799. b Das Szekler-Husaren-Regiment, im Jahre 1762 errichtet, ergänzte sich aus dem Haromszeker und Csiker Stuhle, dann aus einem Theil des Aranyoser und Fogaraser Districts und aus einem Theil des Hunyader Comitats. Die Leute, aus welchen das Regiment bestand, waren theils Ungarn, theils Walachen (Rumänen); erstere zumeist reformierter, letztere griechisch-unierter Religion. Die Mannschaft sprach daher ungarisch oder walachisch, weshalb auch fast alle Offleiere des Regi­ments dieser beiden Sprachen mehr oder weniger kundig waren, die Dienst- und Commandosprache war selbstverständlich, wie bei allen kaiserlichen Truppen, deutsch. Von den sechs Escadronen des Regiments befanden sich, wie erwähnt, zwei (Oberstlieutenant-Division) unter dem Oberstlieutenant von Geringer, in der Gegend von Mergentheim, die anderen vier in Gernsbach.

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