Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse in Rastatt in der Nacht des 28. April

Beiträge zur Geschichte des B-astatter Gesandten-Mordes. 155 man, dass ein Unterofiicier uns meldete. Nachmalen tvurde gefragt: welche Gesandte es wären? mit ängstlicher Genauig­keit vorgeschlagen, dass nur 3 — 4 — 6 zum Rittmeister gehen möchten. Dieses währte fast eine halbe Stunde. Endlich zeigte sich dieser Officier. Der mitunterschriebene königlich preussi- sche Minister Graf von Görtz that im Namen Aller den kurzen Vortrag: »Wir verlangten zu wissen, Avelche Massregeln er auf die ihm ohne Zweifel bereits gemeldete schreckliche Nachricht genommen?« Er erwiderte, dass er auf Verlangen des schon bei ihm gewesenen churmaynzischen Ministers einen Officier mit zwei Husaren abgeschickt habe. Wir glaubten, dass dieses nicht hinlänglich, wir beschworen ihn bei allen Gefühlen der Menschheit, bei dem Wohl von Europa, bei der Ehre der deutschen Nation, die durch ein Verbrechen ohnegleichen in den Annalen gesitteter Völker befleckt zu werden bedrohet sei; bei der Ehre seines Allerhöchsten Monarchen, bei der Ehre des k. k. Dienstes, bei seiner persönlichen Ehre, bei seinem Leben, Alles, Alles auf’s Schnellste zu thun, um noch zu retten, was zu retten sei. Der Rittmeister antwortete: »Es sei ein unglückliches Missverständniss; bei der Nacht schweiften freilich die Patrouillen umher und da könne dergleichen leicht geschehen; die französischen Minister hätten nicht bei Nacht reisen sollen!« Man hielt ihm vor, dass er die Escorte abge­schlagen und dem markgräflichen Major von Harrant gesagt, es sei für die französischen Gesandten nichts zu befürchten. Er versetzte: »er habe keinen Befehl gehabt, die Escorte zu geben, man hätte sie bei dem commandierenden Oberst suchen müssen«. Der königlich preussische Legationsrath, Herr von Bernstorf, sagte, er selbst habe den Oberst bei seiner Sen­dung an deinselbigen Tage gefragt, ob er eine Escorte geben wolle. »Hatte er sie Ihnen zugesagt?« war die Antwort des Rittmeisters. Wie der mitunterzeichnete königlich dänische Gesandte ihm die mit ihm gehabte vorerwähnte Unterredung vorhält, sagte er: »Wollen Sie hier mit mir eine Inquisition anstellen:« .... Endlich erlangten wir, dass er noch einen Officier mit sechs Husaren zugleich nebst dem badischen Major von Harrant und zwei badischen Husaren auf die Land­’) S. S. 73.

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