Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Aussagen des französischen Gesandtschafts-Personals und die ersten Gerüchte über den Ueberfall

142 Criste. Szekler-Husaren als die Verbrecher bezeichneten, dafür spricht auch dieser Bericht deutlich genug. Noch am 30. April bezeichneten Briefe aus Rastatt die Thäter einfach als »Räuber« oder »Mörder« ohne . die öster­reichischen Husaren überhaupt zu erwähnen und am 1. Mai ist man erstaunt, dass »keiner bei den neun bespannten Wagen anwesend gewesenen vielen markgräflichen badischen Hof- und anderen Postillons, ja, nicht einmal einer der vielen Bedienten, oder einer in den Wagen Gesessenen, als Rosen­stiel, die beiden Boccardi und Jemand von den Frauen anzu­geben gewusst haben, von welchen Personen sie angefallen worden seien oder nicht, ob es deren viele gewesen,, wer die vielen Fackeln, welche die Bedienten in den Händen gehabt, alle zu gleicher Zeit ausgelöscht habe. Auch solle Madame Roberjot den Umstand angegeben haben, dass, während ihr Mann von ihrer Seite aus dem Wagen gerissen worden, der Kammerdiener desselben hineingesprungen sei und ihr die Ohren zugehalten habe, damit sie das Winseln des Sterbenden nicht hören möge. In der ersten Betäubung war man in Rastatt unschlüssig, ob dieses aus Mitleid oder Mitschuld geschehen sei. Und da die Ermordung so gar nahe bei Rastatt vorfiel, anstatt dass fremde Mörder den Wald bei Plittersdorf über der Murg noch füglicher hätten benutzen können, da von dem ganzen Gefolge der Minister kein Mensch miss­handelt, ja nicht einmal ein Postillon oder auch nur ein Pferd verletzt worden ist, so bleibt dieser Vorfall noch zur Zeit unerklärbar, besonders da sich der k. k. Officier immer geweigert hatte, die französischen Minister zur Nachtzeit abreisen zu lassen und sie dringend bitten liess, den Tag zu erwarten, sofort erst dann die Erlaubniss zur Abreise gab, als man ihm mit Ungestüm zusetzte und den Widerspruch mit Empfindlichkeit zu erkennen gab, dass man den Ministern 24 Stunden zur Abreise anberaumt habe und nun, da sie die erste dieser Stunden sogleich nutzen wollten, Anstand mache, den gegebenen Befehl vollziehen zu lassen. Ein Vorfall, der sich kurz vorher mit dem Kammerdiener der beiden Boccardi ereignet hatte, welcher seinen eigenen Herrn ermorden wollen und das Missvergnügen der französischen

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