Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)

Die Fuss-Truppen - II. Die Jäger-Truppe - Entwickelung und innere Organisation

— 636 Beim Tyroler Jäger-Begimente wurden gleichfalls die Bataillone von sechs auf vier Compagnien herabgesetzt; das zu Beginn des Feldzuges auf­gestellte Depot-Bataillon erhielt mittlerweile als Feld-Bataillon die Nummer 7. Laut des Organisations-Statuts vom 10. Februar 1867 hatte die Jäger- Truppe in Hinkunft inclusive der sieben Bataillone des Tyroler Jäger-Begiments aus 40 Bataillonen zu vier Compagnien zu bestehen, jedes Feld - Jäger- Bataillon überdies aus einem Cadre für die im Kriege aufzustellende Depot- Compagnie, das Jäger-Begiment aus einem Depot-Bataillons-Cadre für 7 Compagnien. Ausserdem hatte dieses Begiment im Kriege noch zwei Beserve- Bataillone & vier Compagnien aufzustellen. Mit 1. April 1868 wurden die bei jedem Feld-Jäger-Bataillon und hei den Feld-Bataillonen des Kaiser-Jäger-Begiments bestandenenMusiken aufgelöst. Mit 1. September 1868 wurde bei jedem Bataillone der Feld-Jäger eine Beserve-Compagnie aufgestellt, mit 1. April 1869 der bestandene Depot- in einen „Ergänzungs-Cadre” umgewandelt. Das Tyroler-Jäger-Begiment stellte sieben Beserve-Compagnien, dann sieben Ergänzungs-Compagnie-Cadres auf, aus welch’ letzteren im Kriege zwei Ergänzungs-Bataillone ä fünf Compagnien zu formieren waren. Im Kriege sollten aus allen Beserve-Compagnien zehn „ßeserve- Bataillone” ä vier Compagnien gebildet werden1). In den Jahren 1868 und 1869 wurde, wie bei der Infanterie, der Waffen­rock mit Stehkragen und einer Beihe Knöjjfen, sowie die Blouse auch für die Jäger-Truppe vorgeschrieben. Die Officiere erhielten die Erlaubniss, blau­graue Pantalons mit grünem Passepoil ausser Dienst zu tragen; dagegen wurde das Tragen der Schildhahnfedern als Kappenschmuck abgestellt. In Folge gleichzeitiger Betheilung der Mannschaft mit den „Hinterlad­gewehren, System Werndl”* 2), erfolgte auch bei der Jäger-Truppe die Um­gestaltung des Biemenzeuges, Einführung des Leibriemens, zweier verkleinerter Patrontaschen, wobei auch die bisherige Tragart des Ladstockes, beziehungs­weise derselbe überhaupt in Wegfall kam3). 1880 erhielten je eine Compagnie des 3. und 6. Kaiser-Jäger-Bataillons eine Anzahl „Bepetiergewehre, System Kropatschek” zur Erprobung, welches System jedoch nicht allgemein eingeführt wurde und erst von 1889 an erfolgte die successive Betheilung der Jäger-Truppe mit dem Bepetiergewehr, „System Mannlicher”. 1S80—1883. Mit 1. October 1880 (Allerhöchste Entschliessung vom 20. Juli) wurde die Zahl der Feld-Jäger-Bataillone durch Zusammenziehung von je vier Beserve-Compagnien in Bataillone, von 30 auf 40 erhöht, ebenso beim Tyroler Jäger-Begimente aus den bestandenen 7 Beserve-Compagnien und einer neu aufgestellten das neue 8. und 9. Feld-Bataillon, aus den Beserve-Compagnien der Feld-Jäger-Bataillone Nr. 9,15. 27 und 33 das neue 10. Feld-Bataillon formiert, so dass die Jäger-Truppe nunmehr vierzig Feld-Jäger- und zehn Kaisei'-Jäger- Bataillone zählte4). *) Und zwar: Nr. I II ” V „ VI „ VII * VIII aus den Reserve-Compagnien von Nr. 2, 13, 14, 29 .. Nr. 1, 12, 22, 30 Nr. 6, 32, 18, 24 Nr. 4, 17, 25, 31 Nr. 5, 16, 23, 28 Nr. 3, 21. 26, 33 Nr. 9, 10. 11, 27 Nr. 7. 8. 19. 20 IX und X aus den Reserve-Compagnien des Tyroler Jäger-Regiments und jener des Feld-Jager-Bataillons Nr. 15.-) Das 3. Kaiser-Jäger-Bataillon erhielt solche schon 1867. 3) 1879 wurde die Jäger-Truppe mit den umgearbeiteten Werndl-Gewehren für die „verlängerte Patrone” betheilt und ist seither jedes Bataillon mit einem vierspännigen Munitions - Wagen (ä 4200 Stück Patronen als Reserve-Munition) ausgerüstet (siehe im Uebrigen auch „Bewaffnung der Infanterie” Seite 56 und 59). *) Ueber die Zusammensetzung derselben, siehe Uebersicht Beilage 8.

Next

/
Thumbnails
Contents