Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
— 380 — später an den Blockaden (Belagerungen) von Turin und Alessandria tlieil und kämpfte mit besonderer Auszeichnung bei Novi und Savigliano. In dem Gefechte bei Pignerol erwarb sich das Regiment erneuert hohes Lob und wurden alle Stabs-Omciere nominell, sowie das ganze Officiers-Corps im Allgemeinen belobt1). Endlich nahm das Regiment noch an dem Gefechte bei Beinette, der Schlacht von Genola und einigen anderen kleineren Affairen, sowie an der Belagerung von Cuneo theil. Die Grenadiere (Bataillon Weber) waren bei Verona, Magnano, an der Trebbia, vor Tortona, bei Novi, Savigliano, Pignerol und Beinette im Feuer und hatten auch wiederholt Gelegenheit, sich auszuzbichnen. Unter den in diesem für das Regiment so thatenreichen Feldzuge wiederholt mit Auszeichnung genannten, sind besonders hervorzuheben: Regiments-Commandant Oberst Graf Auersperg; die Oberstlieutenants Conrad Thelen und Dominik Dirix de Bourg; die Majore Peter Novak und Joseph Matzak von Ortenburg; endlich Grenadier-Hauptmann Paul Senitzer. Vacat Fürstenberg. 1800 nahm das Regiment an einer Reihe von kleineren Gefechten im oberen Appenin, so bei Altäre, Cadibona, Albissola, Feligno, Loano u. A. theil und kam dann als Besatzung nach Turin; später machte dasselbe die Schlachten von Marengo und Pozzolo mit. Die Grenadiere ebenfalls an einigen kleineren Affairen an der Riviera betheiligt, kämpften dann bei der Offensive in die Provence, Gefechte bei Giletta, Aspromonte, beim Rückzuge am Monte Nave, endlich auch bei Marengo und Pozzolo mit bedeutenden Verlusten. Kolowrat. 1805 mit vier Feld- und dem Grenadier-Bataillon bei der Armee in Deutschland eingetheilt, focht das Regiment mit Auszeichnung bei Albeck* 2) tmd vor Ulm und gerieth in Folge der dortigen Capitulation in Kriegsgefangenschaft. 1809 war das Regiment (drei Bataillone) im 1. Corps (Bellegarde) eingetheilt, kam in Bayern nicht in das Feuer, erneuerte jedoch in der Schlacht bei Aspern seinen altbewährten Ruhm; insbesondere am zweiten Schlachttage, das 3. Bataillon unter seinem Commandanten Hauptmann Baron Bienefeld bei Vertheidigung von Aspern. In der Schlacht bei Wagram vertheidigte Hauptmann Haberein mit dem 3. Bataillon den Ort Aderklaa standhaft; ebenso brav hielt sich das Regiment bei Znaym. Die Grenadiere (Bataillon Georgy) nahmen an den Kämpfen bei Landshut, Regensburg, sowie den Schlachten von Aspern, Wagram und Znaym ehrenvollen Antheil. Ausser den beiden Genannten, welche mit dem MTO. decoriert wurden, noch Regiments-Commandant Oberst Graf Klenau, sowie alle Stabs-Officiere belobt. 1813 war das Regiment (1. und 2. Feld-Bataillon), sowie die Grenadiere, in Deutschland, an den Kämpfen bei Dresden und Leipzig (Lindenau, Kleinzschocher) betheiligt; letztere sich noch in dem Treffen bei Arbesau ausgezeichnet. Das Regiment focht ferner noch bei Eckartsberg und Hochheim; das 3. Feld- und Landwehr-Bataillon waren bei der Cernierung von Dresden und in dem Gefechte bei Boxdorf, in welchem sich Major Raindl auszeichnete. 1814 nahm das Regiment an dem Gefechte bei Langres, dem Treffen bei Bar-sur-Aube (21. Januar) theil, zeichnete sich unter Oberst Rasquin, der sowie mehrere Offleiere belobt wurde, bei la Rothiére aus und focht ferner bei la Fertő, Arcis-sur-Aube und Charenton. Die Grenadiere standen vor Besamjon und nahmen dann an der Offensive gegen und den Kämpfen vor Lyon theil. Das 3. Feld- und Landwehr-Bataillon bei der Einschliessung von Belfort. Hauptmann Johann Hesky und Oberlieutenant Bruno von Montluisant wurden für Auszeichnung bei la Rothiére aussertourlich befördert. ]) „Hat mit jener Auszeichnung gefocliten, die einem distinguierten Officiers-Corps eigen ist.” (Relation des G. d. C. Melas.) 2) Der Divisionär FML. Gottesheim stellte dem Regimente ein glänzendes Zeugniss über das Verhalten sämmtlicher Officiere in dieser Aifaire aus.