Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)

Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.

— 362 — 1758 ein Detachement durch den Fall von Schweidnitz kriegsgefangen; das Regiment (das 2. Bataillon aus Italien nachgerückt), in der Schlacht bei Hochkirch gefochten, in welcher Major Baron de Rossin sich den MTO. erwarb. 1759 in Böhmen, ohne Gefecht. 1760 war das Regiment in der Schlacht von Landshut und bei der Ein­nahme von Glatz, wobei Major Nikolaus . Czecherini sich besonders aus­zeichnete; in der Schlacht bei Liegnitz erlitt es einen Verlust von über ' 00 Mann. 1761 wirkte das Regiment mit Auszeichnung bei der Erstürmung von Schweidnitz, Grenadiere belobt. 1762 nahm es nur an dem Gefechte bei Reichenbach theil. Major Czecherini, welcher mit einem combinierten Bataillon in Schweidnitz stand, erwarb sich während der glänzenden Vertheidigung dieser Festung, speciell des Jauernicker Forts, den MTO. 1778/1779 standen das Regiment, sowie die Grenadiere (Bataillon Kövesdy) bei der Haupt-Armee in Böhmen. Anton Esterházy. 1788 zwei Bataillone bei der Einnahme von Sabac. 1789 dieselben, sowie die Grenadiere (Bataillon Kempf) bei jener von Belgrad; Grenadier-Hauptmann Anton Fürst Esterházy für Auszeichnung bei dem Sturme am 30. September den MTO. erhalten1). Das 3. Bataillon unter Oberstlieutenant Graf Morzin mit Auszeichnung am Tömöser Pass gefochten. 1792 standen zwei Bataillone und die Grenadiere (Bataillon Barthodeiszky, später Bydeskuti) in den Niederlanden und kamen bei Florennes und Glisuelle in das Feuer; Grenadiere noch vor Longwy, dann in der Schlacht bei Jemappes. 1793 das Regiment in der Schlacht bei Neerw'inden, die Grenadiere in dieser und bei Löwen, alle Abtheilungen dann zur Belagerung von Condé (Gefechte bei Raismes und Vicogne). In der Schlacht bei Famars besonders die Grenadiere sich ausgezeichnet, Oberlieutenant Schmelzern für bewiesene Bravour aussertourlich zum Capitain-Lieutenant befördert; das Regiment so­dann bei der Belagerung von Valenciennes, die Grenadiere bei jener von le Quesnoy, endlich alle Abtheilungen zu jener von Maubeuge, Schlacht bei Wattignies; Major Bydeskuti mit den Grenadieren sich ausgezeichnet. 1794 stand das Regiment vor Landrecies, Treffen bei le Cäteau (29. März, blos die Grenadiere im Feuer); in dem Gefechte bei Nouvion eine Division den die Rückzugslinie bedrohenden Feind muthig zurückgeworfen. Das Regiment in der Schlacht bei le Cäteau (26. April) mit Auszeichnung g efochten. Wegen besonderer Bravour wurden vom Erzherzog Carl der Aller­höchsten Gnade Sr. Majestät empfohlen: Regiments-Commandant Oberst Graf Morzin, Oberstlieutenant Bydeskuti, die Majore Hillinger und Graf Hohenfeld, Hauptmann Graf Esterházy und noch zehn Subaltern-Officiere. Das Regiment war weiter noch in den Gefechten bei Priches, Rouvroy und Erquelinnes, dann den Schlachten von Charleroi (Gosselies und Heppignies). Regiments-Commandant Oberst Graf Morzin wurde für Auszeichnung bei Charleroi MTO.-R. Die Grenadiere bei Fleurus. Ein 390 Mann starkes „Regiments-Depot”, welches als Besatzung in Condé stand, gerieth bei der Capitulation dieser Festung in Kriegsgefangenschaft. 1795 bei der Armee am Rhein eingetheilt, kam das Regiment zu der Belagerung von Mannheim und zeichneten sich bei der Eroberung des Galgen­berges Hauptmann Gaidler und Oberlieutenant Paul Komáromy ganz be­sonders aus; einzelne Abtheilungen kämpften in den Gefechten bei Schopp und Landstuhl. Die Grenadiere gleichfalls vor Mannheim. 1796 kam das Regiment nach Italien und focht mit Auszeichnung bei Saló, Lonato und Gavardo, erlitt bei Bagolino und Storo grosse *) *) Wurde sehr schwer verwundet und starb, mittlerweile zum Oberstlieutenant im •17. Infanterie-Regimente befördert, im December 1790.

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