Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
— 158 — 1692 zur Blockade von Grosswardein, sodann nach Siebenbürgen, wo es bis 1698 verblieb und an den verschiedenen Operationen des dortigen Corps theilnahm, ohne jedoch in einer grösseren Action mitzuwirken. Neipperg. Von 1703 an nahm das Regiment an den Kämpfen gegen die Rebellen in Ungarn und Siebenbürgen, zumeist in letzterem Lande theil, Gefecht bei Hermannstadt; 1704 Treffen bei Pata (ein Bataillon); zwei Compagnien Vertheidigung von Klausenburg. 1705 drei Compagnien unter Hauptmann Schleiss Mediasch vertheidigt (wegen Munitions-Mangel capituliert); das Regiment bei dem Durchbruche der Blockade von Hermannstadt, dann nach Ober-Ungarn. 1706 vergebliche Belagerung von Kaschau, Zug nach Ofen. 1707 wieder nach Siebenbürgen verlegt; 1709 Treffen am Királyhágó. 1710 kam ein Bataillon an den Rhein, ohne in Action zu treten. 1716 zwei Bataillone in der Schlacht hei Peterwardein und hei der Belagerung von Temesvár; 1717 das Regiment vor Belgrad, Gefecht an der Save, Schlacht bei Belgrad. Regiments-Commandant Obrist Wilhelm Reinhard Freiherr von Neip perg sich 1716 als Commandant in Uj-Palánka, im folgenden Jahre bei Einnahme der Schanzen am linken Donau-Ufer ausgezeichnet. 1735 ein Bataillon auf den Kriegs-Schauplatz nach Italien gesendet, jedoch nicht mehr in Action getreten. 1741 in das Corps Khevenhüller eingetheilt, machte das Regiment 1742 den Winter-Feldzug in Bayern mit und kam dann zu der Belagerung von Prag, jedoch Ende des Jahres wieder nach Bayern. 1743 ein Bataillon und die Grenadiere bei der Einnahme von Braunau, das Regiment dann an den Rhein gerückt. 1744 die Grenadiere in dem Gefechte bei Reschwoog; das Regiment später in Böhmen, Belagerung von Tabor; ein Bataillon, in Freiburg zurückgeblieben, in Folge Capitulation dieser Festung kriegsgefangen. 1745 war das Regiment in dem Treffen bei Habelschwerdt, focht mit Standhaftigkeit, aber grossen Verlusten bei Hohenfriedberg, ebenso bei Soor, wo es durch tapferes Ausharren die Regimenter des zweiten Treffens vor gänzlicher Vernichtung rettete; eine Abtheilung im Nachhut-Gefechte bei Zittau. 1747 auf den Kriegs-Schauplatz in den Niederlanden abgerückt, nahm das Regiment an der Schlacht von Lawfeld theil, ohne in das Feuer zu kommen. 1757 mit drei Bataillonen und den Grenadieren in der Armee Daun’s stehend, focht das Regiment bei Kolin, bei der Belagerung von Schweidnitz, in den Schlachten von Breslau und Leuthen; eine Grenadier-Compagnie früher bei der Einnahme von Gabel; ein Detachement durch den Fall von Breslau kriegsgefangen. 1758 ein Detachement in der Vertheidigung von Schweidnitz kriegsgefangen; das 3. (Garnison s-)Bataillon Vertheidigung von Olmütz. Das Regiment hei Hochkirch nicht in das Feuer gekommen, mit Ausnahme der Grenadiere, welche früher das Gefecht bei Kronau mitgemacht. 1759 das Regiment in der Haupt-Armee, ohne Gefecht; die Grenadiere im Treffen bei Maxen. 1760 ein Bataillon und die Grenadiere hei dem Entsatz von Dresden, diese noch in den Gefechten bei Hohenfriedberg und Waldenburg. In der Schlacht bei Torgau wurde das Regiment von der preussischen Cavallerie niedergeritten, versprengt, der Rest gefangen. Í761 in Mähren reorganisiert, stand das Regiment 1762 in Sachsen und fochten die Grenadiere bei Burkersdorf; ein Detachement die Vertheidigung von Schweidnitz mitgemacht. Hauptmann