Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Custine's Einbruch in Deutschland - Massnahmen der Verbündeten gegen Custine's weiteres Vordringen. Treffen an der Lahn. Custine's Versuche in Politik

Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792. 63 eiligst nachzuschicken, die ganze übrige Artillerie aber nach Coblenz zu führen. Am 26. erreichte die Avantgarde Coblenz (ein Theil der­selben vormittags, der Rest und das Husaren-Regiment nachts). Am 27. traf das Regiment Garde-Grenadiere und das Haupt­quartier, am 27. die Haupttruppe1), am 30. die gesammte Ar­tillerie in Coblenz ein. Die Avantgarde wurde sogleich nach dem Eintreffen zur Be­setzung und Festhaltung des Landstriches zwischen Rhein und Mosel auf den Weg gegen Waldesch vorgeschoben, wo auch Verschanzungen aufgeworfen wurden. Am 30. standen von den hessischen Truppen eine Compagnie Jäger im Thal Ehrenbreitstein, eine zweite in Weiss; das leichte Infanterie-Bataillon in Leye; ein Bataillon Curtrier’scher Jäger in Kesler; je zwei Bataillone Garde-Grenadiere, Garde und Leib­regiment, nebst den Grenadier-Bataillonen Philippsthal und Eschwege sowie die Artillerie in Coblenz; zwei Escadronen Carabiniers in Mühlheim, eine in Bovenheim; Leibdragoner in Rlibenach, Husaren in Nauendorf; die schwere Bagage in Metter­nich, das Lazaretli im Thal Ehrenbreitstein. Im Fort Ehrenbreitstein waren 1200 Mann curtrier’scher Truppen. GL. von Biesenrodt liess die Festungswerke von Coblenz ausbessern und südlich der Stadt eine Sternschanze an- legen. Seine Hauptsorge war, die Truppen wieder vollkommen schlagfertig zu machen; er liess sie reichlich verpflegen, ihre Kleidung, insbesonders das Schuhwerk ausbessern und neuher- stellen; die gänzlich verrosteten Waffen wurden durch bürgerliche Büchsenmacher und Schwertfeger in guten Zustand gebracht, die verdorbene Munition gegen brauchbare umgetauscht, die Geschütze mit den tauglichsten der noch vorhandenen Fuhrwesenspferde bespannt. Der König von Preussen entschloss sich, mit seiner Armee den Hessen thunlichst rasch zu folgen, nach bewirktem Rhein­übergang seinen Truppen die nüthige Erholung zu gönnen und sodann auf dem rechten Rheinufer gegen Custine vorzugehen. l) Diese erreichte am 25. Wollmerath, am 26. Kaisersesch; am 27. warder grössere Theil bei Polch, ein Theil in den Dörfern westlich von Coblenz.

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