Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - IV. Correspondenz

266 Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls Anderweitige, oft aufgestellte Behauptungen, als wäre Monte- cuccoli in Madrid gewesen und wäre auch zu dieser Zeit mit dem Goldenen Vliesse ausgezeichnet worden, 1) sind hinfällig. Speciell aus 1666 sind noch 31 Briefe und Ooncepte von und an Montecuccoli erhalten, die zwar mannigfacher Hinweise auf Zeitangelegenheiten nicht entbehren, jedoch hauptsächlich persönliche und Familienangelegenheiten behandeln und wohl nur für den Biographen in mässigem Umfange lohnend sein dürften; insbesondere ist der Feindschaft der Familien Montecuccoli und Rangoni und der Bemühungen des modenesischen Plofes zur Beseitigung derselben gedacht, für welche sich die Herzogin Laura von Modena besonders warm einsetzt. Ueberdies sind daran der Patriarch von Aquileja, Prinz Matthias von Toscana, der modenesische Staatsminister Gratiani, Fürst Eusebius Dietrichstein u. A. betheiligt. 1669. Aus dem Jahre 1669 ist ein Theil der Correspondenz erhalten, die aber auch nicht viel Interesse bietet. Vor Allem sechs Original-Briefe Pater Maximilian’s, in welchen Familienangelegenheiten, Erbschaftsansprüche, dann die älteren Linien des Hauses, deren damaliger Besitz und die nachmalige Verschmelzung derselben, besprochen werden;* 2) dann ein Original- Brief des Cardinals von Este, Modena, 8. Februar, 3) in welchem der Prinz Alois, sein Vetter, Montecuccoli mit der Bitte empfohlen wird, demselben in der kaiserlichen oder in der Armee eines anderen Potentaten, eine Stelle zu verschaffen. Die darauf bezügliche Antwort, Wien, 3. März, erwähnt Eingangs, dass der Kaiser in den letzten Monaten die Armee reduciert habe, dass sowohl itn Reiche, als in Schweden abgerüstet werde und dass vorläufig keine Anzeichen eines Krieges vorhanden seien; dass er ihm aber bei Ausbruch eines solchen eine Haupt­mannsstelle verschaffen werde, nicht zweifelnd, dass ihn Se. Majestät nach ein bis zwei Feldzugsjahren mit einem Regimente auszeichnen werde; auch wird des Regensburger Reichstages Erwähnung gethan, auf welchem man über die Quote an Kriegsvolk berath­J. Pezzl. 2) Kr. A., Mém. XXVIII. 269. 3) Kr. A„ Mém. XXVIII. 255.

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