Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - III. Miscellen
und Generallieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli. 241 Zwei derlei Originaldispensen, de dato 12. Januar 1656 und 4. December 1665, mit dem Inquisitionssiegel und der Umschrift „Sigillum d. Rom. et universalis Inquisitionis“ sind im Kriegs Archiv erhalten. Mit Rücksicht auf das erste Datum kann dieses Stück wohl zweifellos mit seinem Aufenthalte im December 1655 und die ersten Tage 1656 J) in Rom in Verbindung gebracht werden; es ist bei dem Umstande, als diese Dispensen ausdrücklich nur für 5 Jahre ertheilt wurden, anzunehmen, dass Montecuccoli derlei noch mehrere besass, worauf auch das Datum der zweiten (Dec. 1665) weisen würde; die Erlaubniss ist auch darauf beschränkt, dass diese Bücher im Geheimen und ohne öffentliches Aergerniss zu erregen, gelesen werden, wobei jedoch solche, die über Religion handeln, sowie astrologische Werke, dann solche von Caroli Molindi und Nicolai Macchiavelli ausgenommen sind. 6. Progetto o disegno grande, formatosi da Henrico IV., re di Francia, doppo la pace di Vervin, fattasi nell’ anno 1595, a 11 i 2 di maggio. (Grosses Project, entworfen von Heinrich IV., König von Frankreich, nach dem Frieden von Vervins, geschlossen am 2. Mai 1598.) Italienisch. Wien 1665, März 5. O. (K. und k. Hof-Bibliothek zu Wien.) 23 Seiten. Ein Quartband, steifer Carton, die Rücken wand Pergament; der Einband scheint aus etwas späterer Zeit zu stammen, da der Umschlagsbogen aus anderem Papier ist und nicht die Mittelfalte aufweist, wie die Handschrift selbst. Der Einleitungsbrief an den Kaiser ist von Montecuccoli’s Hand geschrieben und gefertigt, das Uebrige fremde Hand mit einzelnen, eigenhändigen Correcturen. Diese Schrift ist an und für sich ungemein interessant, obwohl sie nicht als directes geistiges Product Montecuccoli’s gelten kann; sie zeigt, wie sich Heinrich IV. von Frankreich die künftige Gestaltung Europas dachte und bereits damals der Gedanke der Suprematie Frankreichs ausgeprägt war; dass es dabei hauptsächlich auf eine Schwächung der habsburgischen Macht ankam, i) Siehe IV/1655. Mittheilungen des k. und k. Kriegs-Archivs. Neue Folge, X. 16