Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - II. Geschichte (Kriegsgeschichte, Mémoiren, Reisen)
Osservazioni sopra il ragguaglio déllé ultimé guerre di Transilvania et Ungheria, dell'Abbate di Noires. (Bemerkungen zum Berichte des Abbé Noires über die letzten Kriege in Siebenbürgen und Ungarn.) Italienisch und lateinisch. Ohne Datum (1667). C. (Kr. A. 1662 XIIÍ. 7.) 26 Seiten. Ausser dem Concepte sind noch drei Manuscripte,1) aus derselben Zeit stammend, im Kriegs-Archive vorhanden. Wie aus dem Concepte eines Briefes an den Kaiser und den Grafen Gualdo Priorato 26. Mai 1667 erhellt, hatte Montecuccoli den Auftrag erhalten, die von Abbé Noires verfasste „Geschichte der letzten Kriege in Siebenbürgen und Ungarn“ zu begutachten. Montecuccoli hat nun einzelne herausgerissene Sätze, ohne Angabe eines Zeitpunctes, verzeichnet und selben seine Gedanken beigesetzt; in dieser Art wiedergegeben, muss es dem Geschichtskundigen überlassen bleiben, sich nach den angeführten Ereignissen zu orientieren und den Zusammenhang aufzufinden. In dem Berichte Noires’ scheinen sich die Angriffe seiner Feinde und Widersacher zu concentrieren; diese Angriffe giengen hauptsächlich von ungarischer Seite aus und besonders der Banus Zrínyi war sein entschiedenster Gegner in Wort und Schrift2). Die Bemerkungen Montecuceoli's sind sarkastisch scharf und entbehren mitunter nicht eines gewissen Humors; die an und für sich schon gehaltvolle Beurtheilung eines Buches, welches in sich betrachtet, so vielen Aufwand von Gelehrsamkeit nicht verdienen mochte, zeigt, welch’ hohen Begriff er von der Geschichte hatte und wie strenge er es mit den Geschichtsschreibern nahm; er hält seinen Autor bei demjenigen fest, was Justus Lipsius von einem guten erzählenden Vorträge fordert, „veritam explanationem judicium“, nach welchem Massstabe gewürdigt, freilich dieses oberflächliche Machwerk verlieren musste. Anhangweise stehen Bemerkungen über Geschichte überhaupt, wie sie behandelt werden sollte und wie sie zu seiner Zeit ') Ein Duplicat, sowie zwei lateinische Uebersetzungen von fremder Hand, aber aus gleicher Zeit. s) Siehe „Zrínyi Miklós munkái“, herausgegeben von Gabriel Kazinczy und Toldy, Pest 1852; dann Krones „Handbuch der Geschichte Oesterreichs“ III. p. 591. 22.