Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - II. Geschichte (Kriegsgeschichte, Mémoiren, Reisen)
betheiligt war, her und dürften über Ansuchen Montecuccoli’s, niedergeschrieben und diesem überreicht oder übersendet worden sein. Man findet darin sämmtliche Personen genannt, die directe und indirecte beim Religionswechsel Christinen’s mitgewirkt haben und diesen selbst, sowie die Vorumstände und die Gründe beschrieben, die dazu geführt hatten; sie reichen bis in das Jahr 1652 zurück und schliessen mit ihrer Ahreise von Brüssel nach Rom, 1655. Dem Schriftcharakter nach lässt sich wohl entnehmen, dass man es hier nicht mit einer Abschrift, sondern mit dem Originale zu thun hat, obwohl Unterschrift und Datum fehlen; die Glaubwürdigkeit ist auf jeden Fall durch den von Montecuccoli’s Hand beigesetzten Titel gewährleistet. Angeschlossen sind: a) Die Abschriften zweier päpstlichen Breven vom 10. und 24. October 1655, (Alexander VII.) an Königin Christine. b) Ein italienischer Original-Brief des Luca Holstenio 1) an Montecuccoli de dato 16. November 1655, mit einem lateinischen Lobgedicht auf die Königin. c) Eine lateinische Handschrift, betitelt: „Aus den Büchern des Pater Manderscheidt, welcher Beichtvater beim Don Pimentelli,2) spanischen Botschafter bei der Königin von Schweden war.“ 17. Osservazioni nella diéta d’Ungheria a Pressbur go l’Anno 1655. (Aufzeichnungen während des ungarischen Landtages 1655.) Italienisch. Ohne Datum (1655). 0. (Kr. A. 1655, XIII. 16.) 13 Seiten. Besteht aus zwei Theilen; der erste beginnt mit seiner von Hohenegg an das kaiserliche Hoflager am 3. Februar 1655 erfolgten *) Wie aus den Aufzeichnungen Malines’ hervorgeht, wurde Monsignore Luca Holstenio, Canonicus von St. Peter, hei der Ahreise Christinen’s von Brüssel nach Innsbruck gesandt, um den bis dahin geheim gehaltenen Uebertritt zur katholischen Kirche, entweder selbst zu vollziehen oder durch irgend einen Bischof vollziehen zu lassen. Dieser Domherr war früher selbst Protestant (s. Campori p. 313). 2) Dieser war neben Montecuccoli einer der wenigen Zeugen bei dem geheimen Uebertritte Christinen’s.