Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - II. Geschichte (Kriegsgeschichte, Mémoiren, Reisen)
und Generallieutenants Kaimund Fürsten Montecuccoli. 217 Wie aus zwei Briefen des Erzherzogs Leopold Wilhelm an den Kaiser und den Herzog von Modena, de dato Feldlager von Gross-Glogau 2. Sept. 1642 *), erhellt, hatte Montecuccoli bereits um diese Zeit die Erlaubniss erhalten, „auf eine Zeitlang zu des Herzogs von Modena Liebden“ abzureisen und war auch that- sächlich vorläufig an den kaiserlichen Hof nach Wien abgegangen, um sich beim Kaiser vorzustellen und um die Ernennung zum „Obristen Veldt Wachtmeister“ und Erlangung rückständiger Forderungen anzusuchen, welche Bitten der Erzherzog wärmstens unterstützt2); auch in zwei Briefen Piccolomini’s, de dato Lager bei Gross-Glogau 6. Sept. 1642, an den Kaiser und den General- Zahlmeister Gabriel Beverelli3) wird seine Abreise an den mode- nesischen, beziehungsweise den Wiener Hof erwähnt und im ersteren für seine bereits versprochene Ernennung zum General- Feldwachtmeister (Sergente generale di battaglia), in beiden aber für die Begleichung seiner Forderungen eingetreten. Ausserdem sind ohne Titel und Datum Concepte zweier Relationen über den Fortgang des Krieges, sowie vier Briefe an Prinz Matthias, Graf Trautmannsdorf und Piccolomini vorhanden, in welch letzterem er über die Operationen Bericht erstattet; aus diesem Umstande ersieht man, in wie enger Fühlung Montecuccoli trotz seiner Dienstleistung im modenesischen Heere mit dem kaiserlichen Hofe stand. 10. Successi di guerra seguiti in Alemagna et in Ung- heria, l’anno 1645. (Kriegsereignisse des Jahres 1645 in Deutschland und Ungarn.) Italienisch. Ohne Datum. (T645.) Kr. A. (1645, XIII. 2, 3.) 6 Seiten. Eine sehr interessante Beschreibung des ganzen Feldzugsjahres 1645 in Deutschland (Oesterreich) und Ungarn, von der Sendung Montecuccoli’s an den Churfürsten von Bayern (28. December 1644) bis zum Abzüge der Schweden aus Böhmen. ») Kr. A., Mém. XXVIII. 278. 2) Kr. A., Mém. XXVIII. 236. 3) In diesen, sowie in den Briefen des Erzherzogs, werden diese Forderungen mit 2000 Thalern angegeben.