Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 9. (Neue Folge, 1895)
Oberstlieutenant Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung) - Hauptmann Christen: Die Ereignisse bis zum Schlusse des Feldzuges - Herzog Alberts Plan zur Vertheidigung der Niederlande nach dem Abmarsche des Clerfayt'schen Corps
52 Christen. Wenn aber keine Corps im Felde stehen und die Garnisonen allein stark genug gemacht werden sollten, um sowohl die inneren Feinde im Zaume zu halten als auch die äusseren abzuwehren, — zu welch’ letzterem Zwecke man Theile der Besatzung aus einzelnen Städten entnehmen müsste, um sie an anderen Orten zu verwenden, wo eben stärkere Kräfte gebraucht würden, — so wäre die Gesammtzahl der Besatzungs-Truppen der Garnisonen im Innern wohl auf 10.000 Mann und 640 Reiter zu veranschlagen; überdies wären zum mindesten erforderlich, wollte man Flandern nicht nochmals opfern: 800 bis 1000 Mann in Ostende, 1800 Mann und 320 Reiter für Ypern und Furnes, 1800 Mann und 320 Reiter für Courtray und Menin, 3000 Mann und 640 Reiter in Tournay; 1000 Mann und 160 Reiter für Ath und Leuze, 3000 Mann und 640 Reiter für Mons, 800 Mann, 160 Reiter in Charleroi, 3000 Mann und 160 Reiter zu Namur und 6600 Mann, 160 Reiter zu Luxemburg, zusammen 20.000, mit den Garnisonen des Innern, Reserven, Depots also 33.000 bis 34.000 Kämpfer; eine Zahl, welche bei der damaligen Sachlage wohl die kleinste wäre, um der doppelten Aufgabe : Vertheidigung nach aussen und innen, zu genügen; immer unter der Annahme, dass die Franzosen den grössten Theil der Truppen, welche sie dem in den Niederlanden stehenden österreichischen Armee-Corps gegenüber, in den Lagern von Maubeuge, Famars, Maulde und Dünkirchen1) versammelt hatten, anderorts verwendeten und dass sie an der niederländischen Grenze keine andern Kräfte zurück- liessen oder mit keinen andern Truppen gegen die Niederlande Vorgehen würden, als mit jenen, welche sie damals in ihren Grenz- Garnisonen von der Küste bei Dünkirchen bis Verdun stehen hatten.3) Noch sei zu bedenken, dass die Vertheilung aller Kräfte nur in Garnisonen die Schwierigkeit mit sich bringe, die Truppen an bedrohten Orten nicht rasch genug vereinigen zu können, wesshalb zum Schutze des Landes gegen Angriffe von auswärts es doch noth wendig wäre, Feld-Corps zu haben, was aber im Vereine mit den Garnisonen jener Städte, die solcher bedürften, immerhin eine grössere Summe als 34.000 Mann ausmachen würde. !) Dunkercke, Dunquerqne. 2) Ueber 30.000 Mann. Vergl. „Hittheilungen,“ VI. 9.