Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Sdnvarzenlierg-Legeditsch. 97 Befehlen Legeditsch's stehende 4. Armee-Corps bilde den öster­reichischen Heerestheil dieser Expedition, welcher durch die Brigade Sztankovich des 1. Armee-Corps auf volle 25.000 Mann streit­baren Standes vermehrt werden soll.“ „Das 4. Armee-Corps vollführt zu dieser Expedition von seiner gegenwärtigen Aufstellung mit einem Theile desselben den Marsch auf der Hauptstrasse und mit dem anderen Theile auf der Strasse von Grossenlüder, Fulda, Lauterbach, Alsfeld, Treysa und von da mittelst Eisenbahn nach Cassel, wozu schon mit der hessischen Regierung das Einvernehmen getroffen worden und von Seite des Armee-Corps derselben die Anzeige zu machen ist.“ „Von Cassel aus hat dann der Marsch des ganzen Corps bis Carlshafen auf der Eisenbahn, — von diesem letzteren Ort bis Hildesheim mittelst Märschen, womöglich auf Parallelstrassen, von da aber wieder mit der Eisenbahn bis beiläufig auf die Höhe von Uelzen zu gehen, von wo sich dann rechts gewendet und wieder mittelst Märschen Wittenberge an der Elbe erreicht werden muss, wo die Eisenbahn von Magdeburg nach Hamburg diesen Fluss übersetzt.“ Hier werde das 4. Corps sich mit der Brigade Sztankovich vereinigen, welche von Böhmen auf der Eisenbahn über Magdeburg directe dahin befördert werde. Die Bestimmung des Vereinigungs- punotes mit dem königlich preussischen Armee-Corps, sowie auch des zur Leitung der gesammten Expedition zu ernennenden Armee-Ober-Commandanten wurde in nahe Aussicht gestellt. Legeditsch selbst wurde angewiesen, jeden zweiten Tag nach Wien mittelst Estaffette, Courier oder Telegraphen nach Umständen Meldung über den Marsch zu erstatten. Die Beschleunigung des Marsches, um möglichst bald bis Wittenberge zu kommen, jedoch ohne zu grosse Ermüdung der Truppen, wurde dem Corps-Com- mandanten besonders empfohlen. Wie ersichtlich, wurde die Möglichkeit eines noch zu über­windenden ernsten Widerstandes in Schleswig-Holstein als nicht ausgeschlossen angesehen. Als sich dann die Verhältnisse fried­licher gestalteten, sah man von der Beiziehung der Brigade Sztan­kovich ab und die Mitwirkung von Seite Preussens reducierte sich auf die Bestimmung von 2 Bataillonen zur Besatzung in Rends­burg. Auch von der Richtung des Marsches von Uelzen aus gegen Wittenberge hatte es sein Abkommen. Mittheilungen des k. und k. Kriegs-Archivs. Neue Folge. VIII. 7

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