Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Scliwarzenberg-Legeditsch. 95 stadt am 4. October 1850 misslungen. Noch immer dachten die Statthalter Reventlow-Preetz und Beseler, welche seit April 1849 die Angelegenheiten der Herzogthümer geführt hatten, an Widerstand. Erst nachdem England und Russland zu Gunsten Dänemarks eingetreten und auch Oesterreich und Preussen in den Punctationen der Olmützer Uebereinkunft entschieden hatten, dass die Ordnung der Angelegenheiten der Herzogthümer an zwei, von den beiden Staaten zu ernennende Commissure, (als „Bundes-Commissäre“) zu übertragen sei, beugte sich die Statthalterschaft diesen Macht­sprüchen und gab die Idee an weitere Kämpfe auf. Am 6. Januar 1851 trafen die beiden Commissure in Kiel ein u. zw. von Seite Oesterreichs General Graf Mennsdorf!-Pouilly, von Seite Preussens General von Tinimen. Sie forderten vor Allem vollständige Einstellung der Feindseligkeiten, den Rückzug der Truppen hinter die Eider, wo deren Auflösung, respective Redu- cierung erfolgen sollte. Zur Sicherung des Pacificationswerkes sollte Holstein von österreichischen, Schleswig von preussischen und dänischen Truppen besetzt werden. Die schleswig-holsteinische Armee, welche noch immer eine Stärke von nahezu 40.000 Mann besessen haben soll, wurde hinter die Eider gezogen und begann sofort die Entlassung und Redu- cierung der Truppen. Die Statthalterschaft, aus welcher Beseler schon früher ausgetreten war, sowie die „Landes-Versammlung“ lösten sich auf. Der von Dänemark ernannte Commissär, Graf Reventlow-Criminil, verfügte sich nach Kiel und setzte, in Gemeinschaft mit den beiden Bundes-Commissären, neue Civil- Behörden ein. Von Seite Oesterreichs wurde das Corps Legeditsch, welches, wie erwähnt, mit der Division Teimer in und bei Kissingen- Bamberg, mit der Division EH. Leopold in und bei Nördlingen stand, zur Occupation Holsteins bestimmt. FML. Erzherzog Leopold erhielt am 18. December tele­graphischen Befehl: „Euere kaiserliche Hoheit wollen nach Erhalt dieses, Ihre Division in Marsch zur Vereinigung mit der vor- wärtigen Division setzen und hiezu bis Bamberg die Eisenbahn benützen, über die weiteren Märsche aber die Weisungen Ihres

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