Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. 75 Pression unterstützt werden, welcher die bestimmte Absiebt zugrunde lag, im Falle eines weiteren Widerstandes von Seite Preussen’s sofort und mit aller Kraft und Energie in den grossen Krieg zu treten. Der österreichische Gesandte am Berliner Hofe FML. Baron Prokescb batte schon am 25. November dem Minister Manteuffel eine Note folgenden Inhaltes übergeben.*) „Die zur Wiederherstellung der landesherrlichen Autorität in Kurhessen eingerückten kaiserlich österreichischen und königlich bayerischen Truppen können, der Schwierigkeit der Verpflegung wegen, nicht länger in ihrer dermaligen Aufstellung bleiben. Der Gefertigte hat daher den Auftrag, von der königlichen Regierung sich innerhalb 48 Stunden, d. i. bis nächsten Mittwoch den 27. Mittags, entschiedene Antwort auf die folgenden Fragen zu erbitten: Können nunmehr, nachdem österreichisclierseits die von Preussen verlangten Garantien gegeben sind, die oben bezeichneten Truppen unbehindert in Cassel einrücken'? Sind die entsprechenden Befehle an GL. von der Groben ergangen?“ Der König von Preussen konnte sich noch immer nicht zum Nachgeben entschliessen, liess dem Fürsten Schwarzenberg eine beruhigende, hinhaltende Antwort ertheilen und verwies dabei auf die in Aussicht gestellte Conferenz. Für den Corps-Commandanten FML. von Legeditsch trat indessen bald Klarheit über die so ernst gewordene Situation ein. Um 3V2 Uhr Morgens des 1. December traf ein Courier in Brückenau mit einem für den bayerischen Generalstabschef van der Mark bestimmten Entwurf des k. k. General-Quartiermeisters FZM. Freiherrn v. Hess und einer Weisung für Legeditsch ein. „E. E. benachrichtige ich in diesen wenigen Zeilen, dass heute Abends Fürst Schwarzenberg von hier zu einer Zusammenkunft mit Minister Manteuffel nach Olmiitz abgegangen ist und von dieser letzteren die Frage von Krieg und Frieden — von der augenblicklichen Räumung Kurhessens von Seite Preussens, oder von einem Angriff des Fürsten Taxis und nach erfolgter Constatierung des neuerlichen Widerstandes von Seite der Preussen, *) Nach Sybel pag. 51.