Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwaraenberg-Legeditscli. 51 erschien, während in Russisch-Polen eine bedeutende russische Armee ebenfalls zur eventuellen Mitwirkung bereit stand. Durch die erlassenen Verfügungen war überdies einem der wichtigsten Grundsätze der Kriegführung Rechnung getragen: beim Beginne des Krieges einen ernstlicheren Echec zu ver­meiden, dessen moralischer Eindruck auf Heer und Volk oft ein ganz unberechenbarer ist, während ein freiwilliges Zurück- oder wie es hier der Fall war, Ausweichen niemals von ernsterer Wirkung oder Bedeutung sein wird. Eintreffen in und bei Bamberg. FML. v. Legeditsch war, seinen Truppen vorauseilend, mit seinem Stabe am 4. November in Bamberg eingetroflen und trat sofort mit dem k. bayrischen Corps-Commandanten G. d. C. Fürst Taxis in Correspondenz. Es entwickelte sich alsbald ein reger Verkehr zwischen den beiden Generalen. Am 5. wurde Oberlieutenant Höffern als Courier in das Hauptquartier des Fürsten zu Flieden mit einem Schreiben ent­sendet, welches Nachricht über den Marsch, das Eintreffen und die Bestimmung der k. k. Truppen enthielt und um Mittheilungen über die Stellung der bayrischen Truppen und über die Intentionen des Fürsten bat. Die Daten welche dem Fürsten bezüglich der Verhältnisse beim Corps gegeben worden waren, lauteten: Die beiden Brigaden Zobel und Signorini sind in und bei Bamberg theils schon ein­getroffen, tlieils werden sie im Laufe des nächsten Tages anlangen, während Windischgrätz-Chevauxlegers, die Cavallerie- und die schwere Batterie, dann die Munitions-Reserven zwischen 8. und 11. eintreffen können, so dass die Division erst am letzteren Tage vollständig bei Bamberg versammelt sein wird. Die Deckung der Strassen nach Schweinfurth und Würzburg, dann die Beobachtung jener von Königshofen und Coburg nach Bamberg und Bayreuth führenden Strassen wird als Hauptaufgabe betrachtet. Die äussersten, von k. k. Truppen besetzten Puncte waren: Gegen Westen Neusses am Sande (bei Ebrach), Hassfurt; gegen Nord­westen und Norden Birkenfeld, Gloufen und Lichtenfels. In dem Rayon innerhalb dieser Grenzen stand die Brigade Zobel am rechten, die Brigade Signorini am linken Flügel, hievon 2 Bataillone

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