Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
48 Sacken. backöfen, die halbe Sanitäts-Compagnie, rückten über Augsburg, Nürnberg, nur ab und zu, wo sich Gelegenheit bot, in einzelnen Abtheilungen die Eisenbahn benützend, ebenfalls nach Bamberg. Es ist nothwendig, nun die militärischen Massnahmen zur Wiederherstellung der gesetzlichen Ordnung in Kurhessen in Betracht zu ziehen. Wie früher erwähnt, hatte sich der Kurfürst von Hessen um Hilfe an den Bund gewendet. Von diesem wurde das schon im Laufe des Sommers bei Aschaffenburg, im nordwestlichen Theile Bayerns, versammelte, unter dem Commando des kön. bayerischen Generals der Cavallerie Fürsten Carl Theodor Thurn und Taxis stehende Corps zur Intervention «bestimmt. Dasselbe erhielt zu diesem Zwecke noch weitere Verstärkungen und es wurde ihm auch das in Frankfurt a. M. befindliche k. k. 14. Jäger-Bataillon beigegeben. Ferner betraute der Bund den Grafen Rechberg als Bundes-Civil-Commissär mit der Aufgabe, die „Landesherrliche Autorität in Kurhessen wieder herzustellen“. Das königlich bayerische Corps bestand aus 2 Truppen- Divisionen zu je 2 Infanterie- und 1 Cavallerie-Brigade und der entsprechenden Anzahl Batterien, zusammen rund 22.400 Mann, 4300 Pferde und 42 Geschütze. Dieses Corps setzte sich am 1. November in Marsch, rückte nach Hanau und dann gegen Fulda vor, u. zw. eine Division directe, die andere in der Richtung über Brückenau. Am 6. November 1850 war das Hauptquartier des G d. C. Fürsten Taxis nach Flieden, einem Ort circa 16 km vor Fulda, gelangt. Preussen nahm indessen das Recht, in Kurhessen einzuschreiten, nunmehr für sich allein in Anspruch und berief sich überdies auf die geboten scheinende Sicherung der ihm vertrags- mässig zugesicherten Etapen-Linien. (Da diese in der Angelegenheit eine so wichtige Rolle spielen, sind diese Etapen-Linien in der Beilage II angegeben.) Am 18. October erhielt der k. preussische GL. Graf v. d. Grüben den Oberbefehl über drei an den Grenzen Kurhessens stehende Divisionen, u. zw. die Division des GL. Fürsten