Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
4G Sack en. sechs Monate im Ranne dieses bösen Gesellen verbringen zu müssen, da nahte der Tag der Erlösung. Am 20. October 1850 entwickelte sich reges Leben in Bregenz; es verlautete : eine telegraphische Depesche von besonderer Wichtigkeit sei aus Wien eingetroffen. Bald erfolgte die officielle Bestätigung des Gerüchtes; Ordonnanzen eilten durch die Strassen und überbrachten an die Truppen-Commandanten den Befehl zur strengen Marschbereitschaft. Ein Gleiches erfolgte mittelst Telegraph und Post nach auswärts. Die Marschbereitschaft galt für das Corps-Hauptquartier, für die Division des FML. Teimer und für die Abtheilungen der Extra-Corps und einen Theil der Keserve-Anstalten. Heller Jubel brach bei den betheiligten Truppen aus; endlich sollte es zu Thaton kommen, der Soldat sah nach seinen Waffen, Rüstzeug und — Schuhen. Einige den bevorstehenden Ausmarsch vorbereitende Bewegungen wurden ausgeführt; so rückte das 2. Bataillon Benedek-Infanterie und das Chevauxlegers-Regiment Fürst Windischgrätz in der Zeit vom 25. bis 30. October aus Nord-Tyrol nach Vorarlberg. (Die Ordre de bataille, die Bequartierung und die Stärke des Corps zu jener Zeit ist aus der Beilage I zu entnehmen.) Zehn Tage nach Anordnung der Marschbereitschaft, also am 30. October, 5 Uhr Abends, langte der telegraphische Befehl in Bregenz ein; „Das Corps-Hauptquartier und die Division Teimer (Brigaden Zobel, Signorini und Blomberg, das Regiment Prinz Coburg - Husaren hatte vorläufig zurückzubleiben), dann die übrigen in Marschbereitschaft gesetzten Abtheilungen haben unverzüglich nach Bamberg abzurücken und ist Alles aufzubieten, um diesen Punét mit Benützung der von der bayerischen Regierung beizustellenden Mittel möglichst rasch zu erreichen“. Noch während der Nacht zum 31. wurden die noth wendigen Marschbefehle und sonstige Verfügungen ausgefertigt und versendet. Die Bewegung war bis Kaufbeuern in Fussmärschen, von da bis Bamberg mittelst Eisenbahn auszuführen. Diese Bahn hatte jedoch nur ein Geleise, war erst seit einem Jahre im Betriebe, der noch im provisorischen Zustande befindliche Bahnhof Kaufbeuern noch mit ganz ungenügenden Verladungs-Vorrichtungen versehen. Die Anforderungen an die Leistungen dieser Bahn