Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

44 Sacken. Ilire Majestät die Königin von Württemberg trat in Begleitung von zwei Prinzessinnen-Töchtern und Herzog Alexander, k. k. FML., Vormittags mit dem Schiffe in Bregenz ein, wo sie in feierlicher Weise empfangen wurde. Bei der Hoftafel brachte Ihre Majestät einen Toast auf Seine Majestät den Kaiser und auf die k. k. Armee aus. Um 5 Uhr kehrte Ihre Majestät mit dem Schiffe nach Friedrichshafen zurück. Da kurz darauf ein Unwetter losbrach, sandte der Corps-Commandant den Major Prinzen Solms zu Land nach Friedrichshafen, um sich nach der Ankunft und dem Befinden der erlauchten Reisenden zu erkundigen. Fürston-Congress in Bregenz. In grossem Contraste mit der beim Corps herrschenden Ruhe stand der Verlauf der politischen Ereignisse; die in so vielversprechender Weise be­gonnenen Verhandlungen Oesterreichs mit Preussen führten nur zu immer heftigeren Reibungen und Differenzen zwischen den beiden Staaten, beziehungsweise zwischen dem Bundestag und der Union. Es gewann den Anschein, dass man der endlosen diploma­tischen Verhandlungen müde, zur That, zur Entscheidung durch Waffen schreiten werde und ernste Vorbereitungen dazu wurden getroffen. Als nun am 26. September beim Corps-Commando der Telegraph die erste Nachricht brachte, Se. Majestät der Kaiser werde das Observations-Corps inspicieren, wussten wenigstens die Eingeweihten, dass dies mehr als die Besichtigung der Truppen durch den Allerhöchsten Kriegsherrn zu bedeuten habe und dass der Reise des Kaisers nach Bregenz viel wichtigere und ernstere Motive zugrunde lagen: die Zusammenkunft der Regenten der bedeutendsten Bundes-Staaten /Süd-Deutschlands, Oesterreich, Bayern und Württemberg, um Abmachungen für Rüstungen und ein gemeinschaftliches Vorgehen im Falle eines Krieges zu verein­baren. Diese Meinung fand in dem Umstande Bestätigung, dass die Ankunft jener Majestäten, als auch des Ministers des kaiserlichen Hauses und des Aeussern, FML. Fürst Felix Schwarzen­berg, sowie der Minister der übrigen Potentaten avisiert war. FML. v. Legeditsch wurde angewiesen, sich am 5. October in Innsbruck einzufinden, um dort Se. Majestät zu empfangen.

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