Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Bas österreichische Corps Scliwarzenberg-Legeditscli. 41 Stellung gegen Preussen. Die Nothwendigkeit, auf fremde Hilfe zu reflectieren, entfiel sonacli gänzlich. Hei diesem Anlasse wurde die Frage der Beischaffung von. zum Truppen-Transport geeigneten Dampfern auf dem Bodensee. welche Angelegenheit schon zur Zeit, als noch GM. von Ullrichsthal in Bregenz das Commando führte, zur Sprache gekommen war, wieder vom Corps-Commando sowohl beim Kriegs-Ministerium, als auch beim Fürsten Felix Schwarzenberg in Anregung gebracht. Allseits erkannte man, wie wünschenswerth die Durchführung dieser Massregel wäre, wies aber auf die Schwierigkeit, auf die bedeutenden Kosten und dass der angegebene Zweck doch nur ein temporärer sei, hin. Die Verhandlungen zogen sich in die Länge. Endlich griff man zu dem Auswege, sich die schon vorhandenen Dampfer, welche sich in dem Besitze der nördlichen Bodensee- Uferländer befanden, im Falle des Bedarfes zum Truppen-Transport dienstbar zu machen. Fürst Felix Schwarzenberg veranlasste im diplomatischen Wege, dass thatsächlich Bayern und Württemberg die Zusicherung gaben, mit den betreffenden Privat-Gesellschaften, welche im Besitze der Dampfer waren, Uebereinkommen zur eventuellen Bereitstellung ihrer Fahrzeuge unter gewissen Bedingungen zum Truppen-Transport zu treffen. Es wurden dann von Seite des Corps-Commandos genaue Erhebungen über die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Schiffe zum Transport von Truppen gepflogen, die ganz befriedigende Resultate ergaben. Noch einmal winkte die Möglichkeit einer Verwendung der Truppen des Corps Legeditsch in westlicher Richtung. Der k. k., dem Corps-Commando zugetheilte Major Prinz Solms, welcher gegen Ende Mai eine Reise nach Deutschland machte, berichtete aus Frankfurt an den Generalstabs-Chef Oberst von Henikstein, dass er in Carlsruhe Gelegenheit zu einer vertraulichen Unterredung mit dem österreichischen Geschäftsträger Baron Philippsberg hatte und dass dieser eine Intervention Oesterreichs in Baden auch jetzt noch, namentlich in dem Falle noth- wendig erklärte, wenn eine erneuerte Schilderhebung der Umsturzpartei in Frankreich stattfinden sollte, wodurch die preussischen Truppen vollständig in dieser Richtung abgezogen werden würden.