Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditscli. 25 Liebden von allen bisherigen Yorfallenheiten im benachbarten Baden und von den Ursachen in Kenntniss zu setzen, welche, das Vorriicken der k. k. Truppen aus Vorarlberg verhinderten. Habe ich es früher bedauert, den bedrängten Bewohnern des Seekreises die erbetene Hilfe versagen zu müssen, so kann ich es gegenwärtig, wo mir das Antwortschreiben des Fürsten von Wittgenstein an den Prinzen von Preussen vom 4. d. M. bekannt ist, nur leblialt beklagen, dass derselbe auf den beabsichtigten Einmarsch k. k. österreichischer Truppen damals verzichtet hat; denn einerseits würde durch das Einrücken derselben in der Eigen­schaft als Reichs-Truppen nicht nur das Ansehen der Centralgewalt thatkräftig gewahrt und jeder Schein einer willfährigen Nach­giebigkeit des Reichs-Ministeriums gegen Preussen vermieden worden, sondern das k. k. Armee-Corps noch in der Lage gewesen sein, bis Donaueschingen vorrücken und auf diese Art den Uebertritt der Ereischaren in so bedeutender Anzahl mit Waffen und Geschütz auf Schweizer Gebiet über Constanz verhindern zu können. Mit dem k. bayerischen General von Flotow habe ich mich gleich nach seinem Eintreffen in Lindau in’s Einvernehmen ge­setzt und ihm bei seinem Vorrücken nach Ueberlingen durch einen dahin abgesendeten Officier eine Unterstützung erforderlichen Falles angeboten, der er aber nicht bedurfte, da gleichzeitig von dem Peucker’schen Corps Constanz besetzt und General von Flotow aufgefordert worden ist, sich von Ueberlingen zurückzuziehen. Derselbe ist auch gestern wieder in Lindau eingerückt, wo heute auch GL. von Gumppenberg eintrifft. Zwischen den österreichischen und bayerischen Truppen herrscht das beste Einvernehmen, was sich gewiss bei einem gemein­schaftlichen Operieren nur noch mehr würde befestigt haben. Was nun den Inhalt Euer Liebden weiteren Schreibens vom 14. d. M. anbelangt, so muss ich bemerken, dass ich ausser aller directen Verbindung mit den im Breisgau befindlichen preussischen Truppen mich befinde, mir aber, soweit die mir zu Gebote stehenden gewöhnlichen Mittel zureichen, von der Stellung und den etwaigen Operationen derselben Kenntniss zu verschaffen suchen werde. Jedenfalls werden mir die in dieser Beziehung erhaltenen Instructionen zur Richtschnur dienen und muss ich hier noch beifügen, dass sich die in meinem Berichte vom 12. d. M. Nr. 98

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