Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditseh. 23 Dem Commandanten des Corps in Bregenz, Fürsten Carl Schwarzenberg, ward aber die Gelegenheit genommen, in einer guten Sache werkthätig einzugreifen und ein Erfolg versprechendes Unternehmen durchzuführen. So war denn bei den beiden Fürsten Schwarzenberg, dem Minister in Wien, wie bei dem Corps-Commandanten in Bregenz, eine gewisse Verstimmung eingetreten, wie dies nachfolgende Stellen aus Actenstücken erweisen. Aus Anlass eines Berichtes des Corps-Commandanten, Fürsten Carl Schwarzenberg, dass erneuert dringende Hilferufe um Schutz gegen Rebellen-Haufen aus Ueberlingen im badischen Seekreise, ja selbst aus Tettnang im Württembergisehen an ihn und an die bayerischen Truppen in Lindau ergangen seien, antwortete Fürst Felix Schwarzenberg am 14. Juli aus Wien: „In Erwiederung Ihrer mir soeben zugegangenen Zuschrift vom 10. d. nehme ich keinen Anstand, Euer Liebden zu ermächtigen, Sich sofort mit dem Befehlshaber der zu Lindau stehenden k. bayerischen Truppen in das engste Einvernehmen zu setzen und in Folge der bereits eingebrach ten Gesuche der Bewohner badischer Grenzorte oder solcher noch ferner eingehender Gesuche, gemeinschaftlich mit den k. bayerischen Truppen voranzugehen und im Falle dieselben bei Eintreffen gegenwärtiger W eisungen bereits in die bedrängten Ortschaften eingerückt sein sollten, deren < )pera- tionen mit allen erforderlichen Mitteln zu unterstützen. Der treffliche Geist, welcher in der k. bayerischen, wie in der österreichischen Armee herrscht, bürgt uns für die Eintracht, welche zwischen beiden, von gleicher Gesinnung beseelten Truppen und deren Führern herrschen wird und hegen wir diesfalls eine umso festere Zuversicht, als nach gestern hier eingelangten Berichten aus München die k. bayerische Regierung, welcher bereits Anzeige von den an ihre Truppen ergangenen Hilferufen zugekommen war, den Wunsch ausgesprochen hat, dass unsere Truppen an dieser Hilfeleistung sich betheiligen mögen. Ueber die Ausdehnung ihrer Operationen haben Euer Liebden Sich mit dem k. bayerischen Ober-Befehlshaber zu verständigen und in Folge dieses Einverständnisses vorzugehen, wie die Verhältnisse es erfordern und gestatten werden.